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Velofahren? Aber sicher!

So kommen Velofahrer sicher durch die dunkle Jahreszeit.

Velostatistik – E-Bikes immer populärer

Zwei Drittel der Haushalte in der Schweiz haben ein Velo. War Velofahren früher eher etwas für die Freizeit, so werden Räder heute häufig auch für den täglichen Weg zur Arbeit genutzt. Dazu haben vor allem die immer beliebter werdenden Elektrovelos beigetragen. Mit ihnen kann man täglich etwas für die eigene Fitness tun, ohne schweissgebadet bei der Arbeit zu erscheinen. Nach der Statistik von Velosuisse war 2016 schon jedes vierte in der Schweiz verkaufte Fahrrad ein E-Bike. Insgesamt gingen 75 665 Stück dieser schnellen Renner über den Ladentisch – ein Plus von 14% im Vergleich zum Vorjahr. Da durch die E-Bikes die Geschwindigkeiten beim Velofahren zunehmen, sollte man bei Sicherheit, Wartung und Versicherung keine Abstriche machen. 

Helmquote rückläufig
Es gibt in der Schweiz kein Helmobligatorium (Ausnahme: E-Bikes, die bis zu 45 km/h schnell fahren können). Nach einer Erhebung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) trugen 2016 nur 46 % der Velofahrer einen Helm – was sogar einem Rückgang von 3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei ist das Tragen eines Helms unbedingt empfehlenswert. Schweizweit gibt es nämlich ca. 30 000 Velounfälle pro Jahr. Wichtig: Der Helm muss unbedingt gut sitzen, denn ein lockerer Helm bietet im Ernstfall wenig Schutz. Die bfu zeigt in einem Video wie man’s richtig macht: Velohelm kaufen und richtig anziehen. Eltern sollten bei Kindern den Helm regelmässig auf richtigen Sitz überprüfen und zu klein gewordene oder beschädigte Helme ersetzen.

Diebstahlschutz: nur wenige Schlösser empfehlenswert

velo-sicherheitsschloss

Schlaue Köpfe schützen nicht nur den Kopf. Wer sein Velo im öffentlichen Raum abstellt, muss immer mit Diebstahl rechnen. Ein vernünftiges Veloschloss ist deshalb unerlässlich. Allerdings bieten die meisten Modelle keinen ausreichenden Schutz. Die deutsche Stiftung Warentest beurteilt in ihrem Test 2017 gerade mal jedes vierte Modell als empfehlenswert. Drei Viertel der getesteten Modelle fielen durch, weil sie sich in weniger als drei Minuten knacken liessen. Den besten Schutz boten Bügelschlösser, während bei Falt- und Panzerkabelschlössern kein einziges Modell das Prädikat empfehlenswert erreichte. Wichtig: Das Schloss sollte so gross sein, dass das Velo an einen Ständer oder Laternenpfahl angeschlossen werden kann. Sonst kann der Dieb das Velo mit Schloss einfach abtransportieren und in Ruhe zu Hause knacken. Denn auch das beste Schloss hält brachialer Gewalt nur eine Zeitlang stand.

Versicherung: Policen prüfen
Wer sich nicht nur auf sein Veloschloss verlassen möchte, hat noch andere Möglichkeiten, sich vor den Konsequenzen eines Diebstahls zu schützen. Ein Diebstahl zu Hause, also zum Beispiel aus der eigenen Garage oder dem Velokeller, ist in vielen Hausratversicherungen eingeschlossen. Allerdings sollte man unbedingt seine Police checken: Nicht immer sind zum Beispiel teure E-Bikes vollumfänglich abgesichert. Bei einem Diebstahl auswärts greift die Hausratversicherung nur, wenn sie den Zusatz «einfacher Diebstahl auswärts» enthält. Und auch hier gibt es oft eine maximale Deckungssumme, beispielsweise 2000 Franken, die bei teuren Velos nicht ausreicht. Wenn man aber die Deckungssumme der Hausratversicherung entsprechend erhöht, steigt die Prämie oftmals erheblich. Bei einem teuren Velo oder E-Bike kann deshalb eine eigene Veloversicherung günstiger sein.

Sehen und gesehen werden
Damit man als Velofahrer auch in der dunklen Jahreszeit optimal geschützt ist, muss zum einen die Velobeleuchtung in einwandfreiem Zustand sein. Zum andern sollte man durch helle Kleidung, Reflektoren am Rad und eventuell auch an der Kleidung dafür sorgen, dass andere Verkehrsteilnehmer einen möglichst frühzeitig sehen. Bei der Beleuchtung gab es durch den technischen Fortschritt in den letzten Jahren wesentliche Verbesserungen. So können die immer häufigeren Nabendynamos nicht wie die am Reifen anliegenden Seitendynamos bei Nässe durchrutschen. Zudem verfügen moderne Velolampen oft über eine Standlichtfunktion. Wer sein Velo nachrüsten will, kann das beim lokalen Händler oder bei Online-Shops bei wie zum Beispiel www.veloplus.ch oder www.cycling-parts.ch machen.

Im Zweifel defensiv fahren

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Nichts spricht dagegen, sein Velo auch mal richtig auszufahren. Gerade für ambitionierte Rennvelofahrer und Mountainbiker ist das Zweirad schliesslich auch Sportgerät. Allerdings sollte man im dichten Stadtverkehr, bei schlechter Sicht, bei Nässe oder Glätte Vorsicht walten lassen. Ein Velo hat keine Knautschzone! Rechnen Sie auch immer mit Fehlern der anderen Verkehrsteilnehmer. Immer wieder unterschätzen viele allzu leicht die Geschwindigkeit eines Velofahrers. Das gilt besonders auch bei Elektrovelos, die mit bis zu 45 km/h unterwegs sind. Andererseits verhalten wir uns auch als Velofahrer nicht immer vernünftig. Unsitten wie das Fahren bei Dunkelheit ohne Licht erhöhen das Unfallrisiko drastisch. 

Technik regelmässig warten
Nicht alle Velos in der Schweiz sind gut gewartet. So kritisierte die Aargauer Polizei anlässlich der Veloprüfung bei Schülern im Jahr 2015, dass viele Räder schlecht gewartet seien. Zumindest bei den sicherheitsrelevanten Komponenten Licht und Bremsen sollte eine regelmässige Kontrolle selbstverständlich sein. Mit ein wenig Geschick kann man abgenutzte Bremsklötze und defekte Glühbirnen selber wechseln.

Velofahrer sind den Gefahren des Strassenverkehrs ebenso ausgesetzt wie Autofahrer. Deshalb sollte man auf zwei Rädern nicht weniger auf die Sicherheit achten als auf vier.

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