Vorsorge & Vermögen

Herbstcheck für Haus und Wohnung

Liegenschaftsbesitzer sollten im Herbst prüfen, ob ihr Haus für die kalte Jahreszeit gewappnet ist.

Frühzeitig Probleme erkennen

Hauseigentümer sollten den Herbst nutzen, um mit einigen Inspektionen zu sehen, ob ihre Liegenschaft fit für die kalte Jahreszeit ist. Am besten nutzt man einen schönen Herbsttag vor dem ersten Frost, um innen wie aussen nach dem Rechten zu sehen. Einige Probleme kann man selbst beheben, andere überlässt man besser dem Fachmann. Der herbstliche Hauscheck lohnt sich finanziell immer, weil eine frühzeitige Problembehebung durch einen Fachbetrieb billiger kommt als teure Reparaturarbeiten aufgrund von nicht erkannten und verschleppten Problemen.

Heizungsanlage überprüfen

Der Hauscheck beginnt mit der Heizungsanlage, die einmal im Jahr vor Beginn der Heizperiode gewartet werden sollte. So erhöhen Sie die Lebenserwartung der Anlage und senken zudem die Heizkosten. Das ist allerdings eine Arbeit, die man lieber einem Fachmann oder Fachbetrieb seines Vertrauens überlässt. Je nach Heizungssystem fallen unterschiedliche Kosten an: So sind beispielsweise in der Wartung Pellet- und Ölheizungen teurer als weitgehend rückstandfrei verbrennende Gasbrennwertheizungen, während die Wartung einer Wärmepumpe preislich in der Mitte liegt. 

Hauscheck_Heizung

Es gibt aber auch Arbeiten am Heizungssystem, die man mit etwas Geschick selbst übernehmen kann. Dazu gehört beispielsweise das Überprüfen des Wasserstands am Heizkessel (Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem Heizungsinstallateur zeigen, wie man Wasser auffüllt) oder das Entlüften der Heizköper. Luft in den Heizkörpern erkennt man am charakteristischen Rausch- und Gluckergeräusch. Die Luft kann ohne viel Aufwand selbst mit einem Entlüftungsschlüssel beseitigt werden. Am besten überprüfen Sie anschliessend den Wasserstand am Heizkessel, da beim Entlüften immer auch Wasser verloren geht.

Wasserleitungen und Hähne

Zur Vorbeugung von Frostschäden durch gefrorene Wasserleitungen sollten frostgefährdete Leitungen im Gartenbereich ab dem Spätherbst kein Wasser mehr führen. Dazu dreht man das Wasser am entsprechenden Haupthahn ab und öffnet die Aussenhähne. Ausnahme: Sie haben frostsichere, selbstentleerende Aussenwasserhähne montiert, die das beschriebene Prozedere überflüssig machen. Wem das jährliche Entleeren der Aussenwasserleitungen zu mühsam ist, kann solche Hähne auch nachrüsten.

Im Innen- und Aussenbereich sollte man Leitungen auch auf Lecks überprüfen. Selbst kleine Undichtigkeiten können schnell hunderte Franken im Jahr kosten. Nicht immer sind solche leicht zu erkennen. Während tropfende Hähne in Bad und Küche sofort auffallen, werden Lecks an der Wasserverteilung im Heizungskeller oft übersehen. Ganz ausschliessen kann man Leitungswasserschäden besonders bei älteren Immobilien nicht. Nach 30 bis 50 Jahren müssen Sie bei Ihrem Haus mit Schäden durch austretendes Wasser rechnen. Leitungswasserschäden sind deshalb recht häufig und verursachen jährlich deutlich höhere Kosten als etwa Feuerschäden. Eine Gebäudeversicherung kann dieses Risiko aber abdecken.   

Dach und Fassaden

Hauscheck_Inhalt_Laub

Auch das Dach sollte nun geprüft werden. Aber Vorsicht: Arbeiten auf dem Dach sind gefährlich! Beauftragen Sie im Zweifel lieber einen Fachmann, zum Beispiel einen Dachdecker. Dagegen ist das Entfernen von Laub und Moos aus Dachrinnen von einer standfesten Leiter aus problemlos machbar. Sind die Fallrohre einmal verstopft, kann überlaufendes Wasser Schäden an der Fassade verursachen oder beim Gefrieren die Rohre bersten lassen. Bei der Kontrolle der Dachrinnen sollte man auch die Dachziegel und eventuell vorhandene Dachinstallationen wie Fotovoltaik- oder Solarmodule in Augenschein nehmen. Sind Schäden zu erkennen? Falls ja, ist der Gang zum Fachbetrieb in jedem Fall waghalsigen Exkursionen auf dem eigenen Dach vorzuziehen. Die Fassade sollte auf Risse und Schäden im Mauerwerk überprüft werden. Kleinere Risse kann man oft selbst ausbessern. Tut man hier nichts, so kann Putz durch eindringende Feuchtigkeit und Frost abplatzen oder Dämmstoffe werden durchnässt.

Fenster und Türen

Eine undichte Gebäudehülle verschwendet viel Heizenergie. Der Herbst ist auch die ideale Zeit, Fenster und Türen auf Dichtigkeit und Schliessverhalten zu überprüfen. Dafür wählen Sie einen windigen Tag, zünden ein Räucherstäbchen an und fahren damit den Fensterrahmen entlang. Flackert der Rauch, so können Sie die betroffenen Stellen zum Beispiel mit Dichtmasse oder -profilen abdichten. Auch mit anderen einfachen Massnahmen wie dem Ersatz der Dichtgummis bei Türen kann man erheblich Heizkosten sparen. 

Aussenbereich

Regentonnen müssen unbedingt vor Frostbeginn entleert werden, sonst ruiniert das sich ausdehnende Eis den Behälter. Am besten drehen Sie die Tonne um oder sorgen durch eine Abdeckung dafür, dass die Tonne sich bei Regen oder Schnee nicht mehr füllen kann. Schützen Sie frostempfindliche Pflanzen im Garten wie Palmen mit einer Hülle. Kübelpflanzen bringen Sie idealerweise in einen frostsicheren Innenbereich.

Wer sich den herbstlichen Check von Haus, Wohnung und Garten zur jährlich wiederkehrenden Gewohnheit macht, kann Frost und Stürmen der kalten Jahreszeit gelassen entgegensehen.

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