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Smarthome: Technik macht das Leben im Alter leichter

Oft verringert sich mit dem Alter die Mobilität und das Bewusstsein wächst, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

Intelligente Techniksysteme die im Alltag Unterstützung bieten

Das altersgerechte Telefon mit grossen Tasten oder die blinkende Türklingel für Schwerhörige war gestern. Der technologische Fortschritt geht rasant voran und bietet im täglichen Leben vielfältige Hilfen. Die neuen Technologien machen das Leben leichter und sorgen dafür, dass auch Menschen mit Einschränkungen so lange wie möglich allein zu Hause klarkommen.

Das Zauberwort heisst «Ambient Assisted Living» (AAL) – übersetzt in etwa «umgebungsunterstütztes Leben». Dahinter verbergen sich innovative technische Lösungen, die häufig auch unter dem Begriff «Smarthome» zusammengefasst werden. Es beginnt bei Küchengeräten, die sich nach der Nutzung automatisch abschalten, geht über höhenverstellbare Toiletten und Waschbecken sowie Spezialteppiche, die sensorenunterstützt Stürze erkennen können, bis hin zu elektronischen Erinnerungshilfen für die Medikamenteneinnahme. Und natürlich ist auch die Vernetzung mit dem Arzt oder dem Pfleger technisch kein Problem, falls gewünscht.

Eine der ältesten und bekanntesten AAL-Technologien ist der Hausnotruf. Doch der hat einen gewaltigen Haken: Aktives Handeln ist hier vonnöten. Schliesslich muss der Knopf auch gedrückt werden, um über einen Pflegedienst Hilfe anzufordern. Falls der Bewohner jedoch plötzlich das Bewusstsein verliert, ist der Hausnotruf keine Lösung. Besser geeignet sind deshalb handelsübliche Smartphones, die dank entsprechender Software und spezieller Sensoren Stürze erkennen können. Das am Körper getragene Handy schlägt Alarm, wenn die Person stürzt beziehungsweise sich über längere Zeit nicht bewegt.

Das Beispiel zeigt: Die Zukunft ist längst da, tolle Smarthome-Anwendungen haben Einzug in vielen Schweizer Haushalten gefunden. Und um sie nutzen, muss man kein Technik-Genie sein. Die meisten Anwendungen lassen sich einfach und schnell installieren.

Intelligente Techniksysteme die im Alltag Unterstützung bieten

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Stark im Kommen sind gerade innovative Telemedizin-Lösungen. So können Versicherte Hautveränderungen anhand von Fotos beurteilen und Röntgenbilder analysieren lassen. Das alles läuft per Internet, Telefon oder Videosprechstunde. Bequemer geht es kaum. Per Bildschirm können Ärzte und Pflegekräfte dann Fragen zur Medikation oder zur Beurteilung chronischer Wunden beantworten, Unklarheiten beseitigen oder Therapievorschläge machen.

Neue Applikationen machen den beratenden Arzt auch auf dem Handy-Display sichtbar - egal wo man gerade ist. Aufgrund der Angaben des Patienten sowie anhand möglicherweise übermittelter Bilder und Befunde kann der Fachmann dann darüber entscheiden, ob sich das medizinische Problem direkt lösen lässt oder ein Arzt aufgesucht werden sollte. Damit nicht genug. Die Technik macht zudem die sichere Übertragung von persönlichen Daten und Rezepten möglich. Ausserdem erledigt sie lästigen Bürokratiekram und liefert die von der Krankenkasse für die Kostenübernahme verlangten Dokumente und Unterlagen. 

Clevere Hilfestellungen für den Alltag

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Auch zum Messen des Blutdrucks und für andere ärztliche Routineuntersuchungen muss niemand mehr in die Arztpraxis. Da ist der Weg schliesslich oft gefährlicher als eine versäumte Messung. Im Rahmen von Smarthome und AAL gibt es zuverlässige, für Patienten leicht handhabbare Geräte, die per Funk vernetzt sind.

Das Interesse an AAL-Technologien nimmt spürbar zu. Schliesslich werden die Menschen auch in der Schweiz immer älter. Und sie wollen am liebsten im gewohnten Umfeld weiterwohnen – trotz diverser Hürden und Probleme. Einer Studie des Schweizer Thinktanks Metrobasel von 2016 zufolge haben sich die Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen von älteren Menschen hinsichtlich altersgerechten Wohnens in den letzten Jahren geändert. Sie wollen möglichst lange selbstbestimmt und mit angemessener Lebensqualität in ihren eigenen vier Wänden wohnen können, heisst es.

Entsprechend gestiegen sind der Bedarf und die Anforderungen an hindernisfreie, altersgerechte Wohnungen. Denn das Wohnumfeld bedeutet eine vertraute Umgebung, bestehende soziale Netzwerke und vielfach auch eine funktionierende Nachbarschaftshilfe. Es sei deshalb sinnvoll und erwünscht, dass ältere Menschen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können, so eines der Ergebnisse der Studie «Aging – Raum und Wohnen». 

Smarthome: Freuen auf die Zukunft

Das langfristige Ziel des Smarthomes: Der Computer übernimmt das Kommando, sobald er die Gewohnheiten und Vorlieben der Bewohner erlernt hat und entsprechend agieren kann. So lässt sich selbst der bisweilen mühevolle Einkauf zunehmend automatisieren und vereinfachen. Je mehr Dienstleistungen rund ums Haus übers Netz abgewickelt werden, desto attraktiver wird das intelligente Heim. Und das Ende der Fahnenstange ist noch längst nicht erreicht. Die Zukunft bringt mit Sicherheit jede Menge weiterer smarter Geräte und Anwendungen, auf die man sich jetzt schon freuen kann.

Bei all den positiven Aussichten und den technischen Erfindungen, die das Leben erleichtern, mehr Komfort bieten und für mehr Sicherheit sorgen sollen, muss aber auch immer klar sein: Jede Technologie sollte immer individuell an die jeweilige Lebenssituation des Betroffenen angepasst sein. Und sie ist nur Unterstützung und darf niemals den menschlichen Kontakt ersetzen.

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