Wohnen & Eigenheim

5 Tipps für ein friedliches Zusammenleben mit den Eltern

Als junger Erwachsener haben Sie keine Lust mehr, Ihren Eltern für alles Rechenschaft abzulegen. Deren Regeln und Fragen gehen Ihnen häufig auf die Nerven. Aber Ausziehen ist gerade keine Option. Also müssen Sie Wege finden, Konflikte mit den Eltern zu vermeiden.

Wohnen Sie auch noch bei den Eltern?

Vielleicht hatten Sie sich das alles ganz anders vorgestellt. Sie wollten flügge werden, eine kleine Wohnung oder ein Zimmer in einer WG finden und endgültig aus dem Hotel Mama ausziehen. Und doch leben Sie immer noch «zu Hause». 

Seien Sie beruhigt: Sie sind nicht allein 

Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2017* lebt hierzulande ein Viertel aller 20- bis 29-Jährigen noch bei den Eltern. Manchmal aus Bequemlichkeit, aber meist aus finanziellen Gründen. 

Tatsächlich ist die aktuelle Lage auf dem Immobilienmarkt für junge Erwachsene nicht ganz einfach. Als Student hat man erst recht nicht das nötige Kleingeld für eine eigene Wohnung. Und wenn Sie bereits berufstätig sind, möchten Sie in dieser Zeit Geld für die Zukunft beiseitelegen. Vielleicht haben Sie auch das Nest noch nicht verlassen, weil Sie einfach gerne bei Ihren Eltern wohnen.

Was auch immer Ihre Gründe sind; Sie und Ihre Eltern haben in gewissen Bereichen unterschiedliche Ansichten, die immer wieder zu Konflikten führen. Da stellt sich die Frage: Wie können Sie friedlich mit Ihren Eltern zusammenleben?

* Quelle: Umfrage von comparis.ch zum Thema «Nesthocker», Mai 2017.

Sie sind doch kein Kind mehr...

Bei den Eltern zu wohnen, ist nicht immer einfach. Sie träumen von Freiheit, Ihre Eltern bestehen auf Regeln. Angesichts der ewigen Fragen und zahllosen Ratschläge kommen Sie sich manchmal noch vor wie ein Kind.

Sie möchten das ändern? Dann ergreifen Sie die Initiative.

Übernehmen Sie Verantwortung – so werden Sie selbstständiger und vermeiden Konflikte. Hier sind 5 Tipps, die Ihnen dabei helfen.

1. Beteiligen Sie sich an Hausarbeit und Haushaltskosten

Ein weiteres interessantes Ergebnis der oben zitierten Umfrage: Beinahe die Hälfte (47%) der jungen Erwachsenen, die noch bei den Eltern leben, verrichten keine Arbeiten im Haushalt.

Hausarbeit: Drücken gilt nicht

Wäre es nicht an der Zeit, das zu ändern? Es ist völlig normal, im Haushalt mitzuhelfen. Ausserdem gewinnen Sie damit an Freiheit und Unabhängigkeit. Einige Beispiele:

  • Bieten Sie an, zweimal die Woche zu kochen. So können Sie essen, worauf Sie Appetit haben. Sie verbessern Ihre Kochkünste und eröffnen Ihren Eltern womöglich neue kulinarische Horizonte.
  • Übernehmen Sie den Einkauf. Dann müssen Sie sich schon mal nicht ärgern, weil Mami oder Papi wieder mal Ihr Lieblingsjoghurt vergessen hat.
  • Tauschen Sie Gefälligkeiten. Ihre Eltern leihen Ihnen das Auto, und im Gegenzug putzen Sie einmal pro Woche das Bad. So etablieren Sie eine Beziehung auf Augenhöhe, bei der jeder vom Zusammenleben profitieren kann.

Finanzen: Zahlen Sie Miete, auch wenn sie nur symbolisch ist

Wenn Sie die Mittel haben, vereinbaren Sie mit Ihren Eltern eine angemessene Beteiligung an den Haushaltskosten: Miete, Versicherungen, Lebensmittel etc. 

Falls Ihre Finanzen das nicht zulassen, bieten Sie an, einen symbolischen Betrag zu zahlen oder als Ausgleich bestimmte Pflichten im Haushalt zu übernehmen. Zum Beispiel könnten Sie viermal im Jahr die Fenster putzen?

2. Zuhören ... und kommunizieren

Auch für Ihre Eltern ist die Situation nicht immer einfach. Noch vor wenigen Jahren waren Sie ihr kleiner Liebling, jemand, den sie beschützen mussten. Und heute teilen Sie Ihre Freude und Ihren Kummer meist mit anderen.

Versetzen Sie sich in die Lage Ihrer Eltern

Ihre Eltern müssen sich im Zusammenleben und in der Kommunikation mit Ihnen an die veränderten Umstände anpassen. Und sollte die eine oder andere taktlose Bemerkung fallen, dann denken Sie daran: Sie sind auch nicht perfekt. Ihre Eltern kennen Ihre Fehler und lieben Sie trotzdem. Tun Sie dasselbe für sie.

Miteinander über die Situation sprechen

Haben Sie schon einmal daran gedacht, dass Ihre Anwesenheit im Haus auch für Ihre Eltern eine Freiheitseinschränkung bedeutet?

Vielleicht haben Sie noch nie offen darüber gesprochen. Setzen Sie sich doch einmal mit Ihren Eltern zusammen und fragen Sie nach, wie sie die Situation erleben. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die uns im Alltag stören. Könnten Sie versuchen, Ihren Eltern das Leben ein bisschen leichter zu machen?

3. Regeln vereinbaren

Sie und Ihre Eltern haben womöglich nicht den gleichen Tagesrhythmus, die gleiche Auffassung von Haushaltsführung oder die gleichen Vorlieben beim Essen. Diese Unterschiede können für Reibung sorgen.

Legen Sie Regeln für das Zusammenleben fest

Sogar in einer WG mit Freunden braucht es Regeln. Das ermöglicht jedem Einzelnen, seinen Platz zu finden und sich in der gemeinsamen Wohnung wohlzufühlen.

Vielleicht gelten bei Ihnen ja unausgesprochene Regeln. Wenn Sie das Bedürfnis nach Klärung haben, schlagen Sie Ihren Eltern vor, ein paar Punkte bei einem Kaffee zu besprechen. Zum Beispiel:

  • Mahlzeiten: Wann wird gegessen, wer bereitet die Mahlzeiten zu, essen alle zusammen?
  • Kosten: Wer zahlt was (Miete, Telefon, Lebensmittel, Versicherungen, Internet, Fernsehen etc.)?
  • Haushalt: Wer putzt welches Zimmer? Wer macht die Wäsche? Wie oft?
  • Tagesrhythmus: Wann gilt es ruhig zu sein, damit die anderen schlafen können? Wer darf wann ins Bad? 
  • Gemeinsam genutzte Gegenstände: Auto, Fernseher, Kühlschrank etc.

4. Privatsphäre respektieren

Wenn Sie bei Ihren Eltern leben, gibt es eigentlich keinen Bereich, der nur Ihnen gehört. Wir alle haben aber das Bedürfnis nach einem Rückzugsort und nach Privatsphäre.

Definieren Sie Ihren Privatbereich

Gibt es Bereiche, zu denen niemand sonst Zutritt haben soll? Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Eltern Ihre Privatsphäre nicht respektieren, versuchen Sie, mit ihnen darüber zu sprechen.

Erklären Sie Ihnen, dass Sie einen Ort brauchen, der nur Ihnen gehört. Ihr Zimmer, Ihr Schreibtisch, Ihre Nachtkommode... bitten Sie Ihre Eltern, diesen kleinen Privatbereich zu respektieren.

Geben auch Sie Ihren Eltern Freiraum

Gestehen Sie im Gegenzug auch Ihren Eltern ein Privatleben zu. Lassen Sie sie zum Beispiel hin und wieder zu zweit zu Abend essen, unterbrechen Sie nicht ihre Gespräche und akzeptieren Sie ihr Bedürfnis nach Ruhe und Frieden am Sonntagnachmittag.

5. Papierkram erledigen

Bei den Eltern zu leben, hat eine ganze Reihe von Vorteilen. Papi und Mami kümmern sich um die Versicherungen, den Internetzugang und die laufenden Rechnungen. Sie sind diejenigen, die den Elektriker oder den Spengler rufen, wenn etwas kaputt ist.

Steuern, Rechnungen etc.: Übernehmen Sie Verantwortung 

Anders ausgedrückt: Mami und Papi sind verlässliche und verantwortungsbewusste Mitbewohner, die sich um den Grossteil der lästigen Formalitäten kümmern. Es ist herrlich einfach und bequem, alles ihnen zu überlassen.

Aber zum Erwachsensein gehört auch eine gewisse Verantwortung, z.B. ein Budget einzuhalten, seine Steuererklärung selbst auszufüllen und seine Rechnungen rechtzeitig zu bezahlen. Bei den Eltern zu wohnen befreit Sie nicht vom kompletten Papierkram!

Versicherungen: Sind Sie abgesichert?

Es stimmt: In manchen Fällen sind junge Erwachsene, die noch im Haushalt der Eltern leben, durch deren Haftpflichtversicherung mit abgesichert. Aber wenn Sie über 20 Jahre alt sind, empfiehlt es sich, Ihren Versicherungsstatus zu überprüfen und sich beraten zu lassen. Ein Missgeschick kann schnell teuer werden – und wenn der Schaden dann nicht gedeckt ist, stecken Sie im Schlamassel.

Wenn Sie sich um Versicherungsfragen herumdrücken, gehen Sie nicht nur für sich selbst ein Risiko ein. Unter Umständen bringen Sie auch Ihre Eltern in Schwierigkeiten. Also prüfen Sie Ihren Bedarf und Ihre Deckung – zu Ihrem eigenen Schutz und zum Schutz Ihrer Eltern.

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