Wohnen & Eigenheim

Niedrigzinsen: gut fürs Finanzieren

Störer Hypo DE
Hypothekenfinanzierung ist günstig wie nie. Dennoch sind viele Dinge zu beachten.

Zinsen historisch niedrig

Die Phase der historisch niedrigen Zinsen hält an. Egal, ob fest oder variabel, Hypothekenfinanzierung in der Schweiz ist günstig wie noch nie. Was des Hypothekarschuldners Freud ist des Sparers Leid: Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat sogar einen Strafzins von minus 0,75 Prozent für Einlagen von Banken eingeführt. Zwar sind private Konten bislang von Negativzinsen verschont geblieben, aber die Zinsen von Sparkonten und Kassenobligationen sind kaum mehr der Rede wert.
Die Zinssituation bietet somit einen doppelten Anreiz, endlich den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen.

Doch bevor man ein Haus oder Stockwerkeigentum erwirbt, sollte man einige Dinge beachten. Die eigene Immobilie muss schliesslich auch langfristig finanzierbar sein. Zwar ist kurzfristig kein Ende der niedrigen (Hypothekar)-Zinsen abzusehen. Aber für eine langfristige Zinsprognose braucht es eine Kristallkugel. Und die hat bekanntlich niemand. Wer jedoch vorausschauend plant, kann in der heutigen Situation seinen Traum von den eigenen vier Wänden mit günstiger Finanzierung umsetzen.

Hypothekarzinsstrategie

Für die meisten – egal, ob es um einen Neukauf oder eine Anschlussfinanzierung geht – ist es sinnvoll, sich die derzeit günstigen Finanzierungsbedingungen mit einer langfristigen Zinsbindung zu sichern. Zwar sind die Zinsen zweijähriger Festhypotheken noch niedriger als die zehnjähriger, aber dafür hat man bei langen Laufzeiten auf viele Jahre hinaus Gewissheit über die monatliche Belastung. Wer sich dennoch für kurzlaufende Festhypotheken oder Liborhypotheken entscheidet, kann beim Anhalten der Niedrigzinsphase durchaus noch günstiger fahren. Aber das ist nicht garantiert.

In jedem Fall braucht man für eine derartige Strategie ausreichend finanziellen Spielraum, denn falls die Zinsen doch steigen, wird es entsprechend teurer. Unsere Berechnungen zur langfristigen Tragbarkeit gehen von einem durchschnittlichen Hypothekarzinssatz von fünf Prozent aus. Kalkulieren Sie einmal mit diesem Wert, bevor Sie sich gegen lange Laufzeiten entscheiden. Zwar können variable und Libor-Hypotheken normalerweise immer in Festhypotheken umgewandelt werden, aber nur zu den zum Zeitpunkt der Umwandlung geltenden Zinsen.

Wenn Sie in der komfortablen Lage sind, eine Hypothek jederzeit aus eigenen Mitteln zurückzahlen zu können, sind Sie auf der sicheren Seite und gegen einen Zinsanstieg gefeit. In diesem Fall sollten Sie aber auch die steigende Steuerbelastung mit Wegfall des Hypothekarzinsabzugs berücksichtigen.

Einen Mittelweg der Hypothekarzinsstrategie stellt das sogenannte Tranchieren von Festhypotheken unterschiedlicher Laufzeit dar. Auf diese Weise vermeidet man es, von einer Zinserhöhung zu hart getroffen zu werden, und versucht gleichzeitig die niedrigen Zinsen von Festhypotheken kurzer und mittlerer Laufzeit zu nutzen.

Festhypothek ab 0.45% über 2 Jahre Laufzeit

Immobilien-Preisentwicklung

In einigen Ballungsräumen sind die Preise für Wohnimmobilien in den letzten Jahren stark gestiegen. Das ist die Kehrseite von positiver Wirtschaftsentwicklung und niedrigen Zinsen. Um die Gefahr einer Immobilienpreisblase zu dämpfen, hat die SNB deswegen zunehmend strengere Richtlinien für die Vergabe von Hypotheken erlassen. Hierzu zählen Beschränkungen bei Pensionskassenvorbezug und Vorgaben hinsichtlich der Amortisation der zweiten Hypothek. Immobilienkredite werden in der Schweiz im internationalen Vergleich bezüglich Tragbarkeit und Belehnungsgrad konservativ vergeben, was ebenfalls einer Blasenbildung vorbeugt. Dennoch sollte der Preis Ihrer Immobilie angemessen und realistisch sein. Vergleichen Sie in den gängigen Immobilienportalen ähnliche Objekte, um den geforderten Preis besser einschätzen zu können.

Vielleicht können Sie eine deutlich günstigere Liegenschaft erwerben, wenn Sie einen moderat längeren Weg zur Arbeit in Kauf nehmen. Aber seien Sie realistisch, denn zu viel Zeit mit Pendeln zu verbringen, kostet Lebensqualität.

Steuervorteile und Alternativen

Der Schweizer Staat hat ein Interesse daran, langfristig ausgerichtetes Wohneigentum zu fördern. Er erlaubt deshalb den Abzug von Hypothekarzinsen und Unterhaltskosten vom steuerbaren Einkommen und gestattet es, Gelder der zweiten und dritten Säule zur Stärkung der Eigenkapitalbasis einzusetzen. Neben niedrig verzinsten Konten und Kassenobligationen gibt es natürlich weitere Alternativen zum «Betongold» wie Aktienmarktinvestments oder Fondslösungen der dritten Säule. Aber das Gefühl, sein eigener Herr zu sein, vermitteln eben nur die eigenen vier Wände.

Fazit

Die Finanzierungsbedingungen für Wohneigentum sind so günstig wie nie. Die Preise für Wohnimmobilien in der Schweiz haben sich langfristig deutlich stabiler entwickelt als etwa Aktienmarktinvestments. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat Massnahmen ergriffen, um einer Überhitzung des Wohnimmobilienmarkts entgegenzuwirken. Wer Preise vergleicht, nicht zu knapp kalkuliert und auch mit höheren Zinsen bei der Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindung rechnet, findet jetzt günstige Bedingungen vor, um seinen individuellen Wohntraum zu verwirklichen.

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