Wohnen & Eigenheim

Wohneigentum altersgerecht planen

Barrierefreies Wohnen hilft länger selbstbestimmt zu leben.

Barrierefrei – nicht nur im Alter sinnvoll

Angesichts der demografischen Entwicklung werden in Zukunft immer mehr Menschen auf barrierefreie Wohnungen angewiesen sein. Daher ist die Investition in eine barrierefreie Wohnung langfristig eine gute Anlage. Wer heute Wohneigentum erwirbt, sollte auch an morgen denken. Immer wieder müssen alte Menschen ihr vertrautes Quartier nur deshalb verlassen, weil Ihre Wohnung nicht nachträglich barrierefrei gemacht werden kann. Wer schon beim Kauf oder Bau an später denkt, kann dem vorbeugen. Und: Was für ältere Menschen oder Menschen, die auf Hilfsmittel wie Rollator und Rollstuhl angewiesen sind, essenziell ist, ist auch für jüngere Menschen oft bequem und komfortabel. Ein paar einfache Tipps, wie Barrierefreiheit und altersgerechte Planung beim Immobilienkauf, beim Neubau und bei der Renovation Ihres Wohneigentums berücksichtigt werden können.

Stockwerk und Lift

Erdgeschosswohnungen sind am leichtesten erreichbar, aber was Lichtverhältnisse und Einbruchssicherheit angeht, meist nicht so attraktiv wie höher gelegene Wohnungen. Ein Aufzug ermöglicht den leichten Zugang zu allen Geschossen, verteuert aber natürlich das Stockwerkeigentum und verursacht Betriebskosten, die auf die Eigentümer einer Liegenschaft anteilig umgelegt werden. Vielleicht sind Sie jetzt noch jung und denken, dass Sie keinen Lift in den zweiten Stock brauchen. Aber: Gilt das auch noch in 20 Jahren?

Bei Altbauten ohne Lift wird es schon für junge Familien in den oberen Geschossen oft mühsam und unpraktisch. Nicht immer befindet sich im Treppenhaus Platz für den Kinderwagen oder das Kinderfahrrad. Das bedeutet für Mütter und Väter, dass sie unter Umständen ihre Utensilien stets in ihre Wohnung hoch- und hinunterschleppen müssen. Bedenken Sie auch, dass Ihre Eltern die Kinder bei Ihnen nur dann betreuen können, wenn der Weg zur Wohnung für sie zu schaffen ist.

Wer auch in fortgeschrittenem Alter selbstständig in der eigenen Wohnung leben möchte, muss seine Wege zur und innerhalb der Wohnung allein bewältigen können. Übrigens kann ein Gipsbein oder ein verstauchter Knöchel dazu führen, dass Sie die Vorteile der Barrierefreiheit auch in jüngeren Jahren schätzen.

Frau mit Enkelin

Barrierefreies Bad

Die Ausstattung eines barrierefreien Bads hängt von den Bedürfnissen eines Rollstuhlfahrers ab. In jedem Fall gehören dazu ein ebenerdiger Duschplatz sowie ein mit Rollstuhl zugängliches Waschbecken. Toiletten müssen sich auf einer Höhe von 46 bis 48 Zentimetern befinden, damit Rollstuhlfahrer leicht vom Stuhl auf den Toilettensitz wechseln können. Allerdings sind hohe Toilettensitze generell auch für jüngere Menschen angenehmer als niedrige. Sehr wichtig sind auch genügend Ablageflächen. Ein barrierefreies Bad in einem mehrgeschossigen Einfamilienhaus gehört immer auf die Ebene, auf der der Hauszugang liegt. Haltegriffe und Duschsitze können Sie gegebenenfalls nachrüsten. Nicht gut vergrössern lässt sich dagegen die Durchgangsbreite der Türen: Sie sollten mindestens 90 Zentimeter breit sein.

Hauszugang

Der Zugang sollte ebenerdig sein. Selbst eine einzige Stufe kann mit körperlicher Einschränkung ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Zugänge mit wenigen Stufen können mittels einer Rampe barrierefrei gestaltet werden. Traumimmobilien an Hanglage sind da oftmals ungeeignet. Wobei es bei Hangimmobilien hinsichtlich des Hauszugangs zwei Seiten gibt. Die talseitig von der Strasse gelegenen Häuser lassen öfters einen ebenerdigen barrierefreien Weg ins Haus zu. Hangseitig über der Strasse gelegene Häuser können dagegen allenfalls aufwändig durch einen Lift barrierefrei zugänglich gemacht werden. Auch junge Eltern finden bei solchen Häusern das Hochschleppen ihres Wocheneinkaufs samt Kind und Buggy auf Dauer eher ermüdend.

Altersgerechte Planung ist mehr als Barrierefreiheit

Eine Umfrage des Beratungsunternehmens Wüest & Partner in Zusammenarbeit mit der NZZ aus dem Jahr 2015 ergab, dass ältere Menschen auch im hohen Alter selbstbestimmt und selbstständig leben wollen. Für sie ist aber nicht nur die Barrierefreiheit der Wohnung entscheidend, sondern auch deren Lage und Anbindung an die Infrastruktur: Konkret wünschen sich ältere Menschen einen guten Anschluss an den Öffentlichen Verkehr, gute Einkaufsmöglichkeiten und kurze Wege zum Arzt.

Das bedeutet auch, dass manch einer sein Einfamilienhaus im Alter gegen eine Eigentumswohnung tauscht. Senioren zwischen 65 und 79 Jahren bevorzugen oft Wohnungen in zentralen Wohnquartieren. Menschen in ihrer letzten Lebensphase ziehen also teilweise wieder in die Stadt, weil sie dort genau das finden, was ihnen in einer ländlichen Umgebung häufig fehlt: eine barrierefreie Wohnlage samt guter Rundumversorgung mit kurzen Wegen.

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