Die Koordination

Einführung zur Koordination

Die Gesetzgebung über die Sozialversicherungen enthält zahlreiche Bestimmungen, die das Zusammenspiel der verschiedenen Sozialversicherungen wie der AHV, IV, dem BVG, etc. regeln. Zweck der Koordination ist das Vermeiden von ungerechtfertigten Vorteilen der betroffenen versicherten Person. 

Praktisches Beispiel zur Koordination mit den Sozialversicherungen

Leistungsansprüche bei Invalidität durch Krankheit ohne Krankentaggeld (gesetzliche Lösung)
Erkrankt eine versicherte Person, wird ihr vom Arbeitgeber vorerst weiter ihr volles Gehalt ausbezahlt (Lohnfortzahlungspflicht gemäss OR 324 a). Die Dauer dieser Lohnfortzahlung richtet sich nach der Dauer des Arbeitsverhältnisses.

Erst mit dem Einsetzen der Leistungen aus der IV (in der Regel nach einem Jahr) hat der Arbeitnehmer auch Anspruch auf Leistungen aus der beruflichen Vorsorge (obligatorisch und evtl. überobligatorisch).

Leistungsansprüche bei Invalidität durch Krankheit mit Krankentaggeld
Viele Arbeitgeber schliessen für einen Teil der Lohnfortzahlung sowie für die Deckung der Leistungslücke zwischen dem Ende der Lohnfortzahlung und dem Beginn der IV- und BVG-Leistungen eine Krankentaggeldversicherung ab (Wartefrist und Leistungshöhe nach Vertrag).

Wenn die Krankentaggeldversicherung für die Dauer von 720 Tage abgeschlossen wird und mindestens 80 % des Lohnes umfasst, sowie mindestens zur Hälfte durch den Arbeitgeber finanziert wird, kann die Vorsorgeeinrichtung den Anspruch auf die BVG-Leistungen um 1 Jahr aufschieben.

Leistungsansprüche bei Invalidität durch Unfall
Die Unfallversicherung leistet ein Taggeld von 80% des versicherten Lohnes. Sobald die IV leistungspflichtig wird, erbringt die Unfallversicherung eine Komplementärrente bis max. 90% des versicherten Lohnes von max. CHF 148'200 (UVG-Lohnmaximum).

Leistungsansprüche bei Invalidität durch Unfall (bei Löhnen über dem UVG-Maximum)
Verunfallt eine versicherte Person und ein Unfallversicherer ist gemäss UVG leistungspflichtig, so sind die Leistungen aus der beruflichen Vorsorge auf das gesetzliche Minimum begrenzt. Anspruch auf Leistungen aus der beruflichen Vorsorge besteht nur wenn die gesamten Leistungen (IV und UVG) 90 % des versicherten Lohnes (bei Löhnen über dem UVG-Lohnmaximum) nicht übersteigen.

Leistungsansprüche bei Tod durch Krankheit
Stirbt ein Versicherter infolge Krankheit, werden sowohl aus der AHV als auch aus dem BVG Hinterlassenenleistungen fällig.

Leistungsansprüche bei Tod durch Unfall
Ist im Todesfall eines Versicherten ein Unfallversicherer gemäss UVG leistungspflichtig, so sind die Leistungen aus der beruflichen Vorsorge auf das gesetzliche Minimum begrenzt. Anspruch auf Leistungen aus der beruflichen Vorsorge besteht nur wenn  die Leistungen aus der Unfallversicherung zusammen mit den anderen Hinterlassenenleistungen 90 % des versicherten Lohnes von max. CHF 148'000 (UVG-Lohnmaximum) nicht übersteigen.

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Was ist der Zweck der Koordination?

Vermeiden von ungerechtfertigten Vorteilen
Verminderung des administrativen Aufwandes
Beschleunigung der Leistungserbringung
Falsch!
Die Koordination hat zum Zweck, ungerechtfertigte Vorteile zu vermeiden.
Richtig!
Die Koordination hat zum Zweck, ungerechtfertigte Vorteile zu vermeiden.
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