Haftpflicht, Recht & Sachwerte

Der Sommer ohne Pommes

Plötzlich blieb der Pommes-Nachschub aus: Grosshändler Gmür hatte zu leiden unter dem Betriebsunterbruch beim Lieferanten. Zum Glück konnte die Basler helfen.

Es gab keine frischen Kartoffeln mehr, in der ganzen Schweiz nicht. Der Lieferant hatte sich schlaugemacht, nachdem im Februar 2016 ein Feuer seine Vorräte zerstört hatte. Also musste er seine Geschäftspartner anrufen: Sorry, wir haben keine Kartoffeln. Bis zur nächsten Ernte im August gibt es keine frischen Pommes frites mehr von uns. 

Lieferstopp mit Folgen
Roland Gmür war einer der angerufenen Abnehmer. Er ist in der Geschäftsleitung des Zürcher Grosshändlers Gmür, der vor allem auf das Frisch- und Tiefkühlsortiment setzt. 35 eigene Kühl- und Tiefkühlcamions sind in der Deutschschweiz unterwegs, um primär Gastrobetriebe zu versorgen. Nicht zuletzt mit Pommes frites. Mehr als 100 Tonnen der Kartoffelstäbchen verkauft der Grosshändler pro Jahr. Von den normalen Pommes hatte der Lieferant genügend gelagert, um den Produktionsausfall zu überbrücken. Aber für die Express-Frites, die in 90 Sekunden frittiert sind, gab es keinen Ersatz. «Genau die sind besonders gefragt», erklärt Roland Gmür. «In der Badeanstalt etwa will niemand zehn Minuten auf seine Pommes frites warten.»

Angst vor abspringenden Kunden
Gmür steckte in einer Zwickmühle, denn einfach den Lieferanten wechseln konnte und wollte er nicht. Sollte er seinen Kunden erklären, dass er den Frühling und Sommer über keine Express-Frites würde liefern können – auf die Gefahr hin, dass einige Kunden absprängen? Oder sollte er die Kartoffeln etwa aus Holland zukaufen, trotz des abschreckend hohen Handelszolls? Lieber die zweite Variante, entschied Gmür, und kontaktierte seine Versicherung: Sie seien Opfer eines Betriebsunterbruchs und dagegen versichert, ob und wie die Basler helfen könne?

Grosshändler Gmür und die Basler Versicherungen finden eine Lösung
«Der Betriebsunterbruch lag zwar nicht bei der Gmür AG vor, trotzdem greift die Versicherung», erklärt Schadeninspektor Erich Widmer. Es handle sich um einen sogenannten Rückwirkungsschaden: Der Versicherte erleidet einen Umsatzausfall aufgrund eines Betriebsunterbruchs beim Lieferanten – und da springt die Basler gern ein.

Grosshändler Gmür konnte die Zollkosten für die importierten Kartoffeln ja schlecht auf die Preise draufschlagen. Also hat die Basler die Differenz ausgeglichen, auch in Absprache mit der Versicherung des Lieferanten. «Wir haben genau aufgeschrieben, was uns an Umsatz und Marge verloren geht», sagt Roland Gmür. Und die Basler hat gemeinsam mit dem Kunden einen unkomplizierten, «typisch schweizerischen Kompromiss» gefunden, wie der Umsatz- und Verdienstausfall vergütet wird.

Lieferketten: Immer eine komplexe Angelegenheit
«Die Lieferketten sind heute dermassen aufeinander abgestimmt, dass ein Betriebsunterbruch an einer Stelle alles zum Stillstand bringen kann», sagt Basler-Schadeninspektor Widmer. Daran dächten viele Unternehmer zu selten: «Auch wenn ich nicht direkt betroffen bin, treffen mich die Konsequenzen mit voller Wucht.»

Das könnte Sie auch interessieren:

Haben Sie eine Frage? Top