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Nachfolgeregelung im Betrieb – unbedingt rechtzeitig planen

Die Nachfolgeregelung für die eigene Firma will rechtzeitig geplant sein. Die Vorbereitungen für eine geglückte Übergabe dauern in der Regel gegen zehn Jahre.

Frühzeitig an die eigene Nachfolge denken

Jede Unternehmerin und jeder Unternehmer muss sich früher oder später mit der eigenen Nachfolge befassen. Bei der Planung gilt es eine Vielzahl von Aspekten zu berücksichtigen. Wir zeigen Ihnen, was Sie alles beachten müssen und wo mögliche Fallstricke lauern.

In den meisten KMU wird die Planung der Nachfolge viel zu spät an die Hand genommen. Eine Studie hat aufgezeigt, dass gut zwei Drittel aller Nachfolgeplanungen erst ein bis fünf Jahre im Voraus beginnen. Fachleute raten, dafür eher zehn, im Minimum sieben Jahre vorzusehen. Oft gelingt es denn auch nicht, rechtzeitig eine geeignete Person für die Firmenübernahme zu finden. Dies kann für das Unternehmen existenzbedrohend werden. Beinahe jedes dritte KMU verschwindet, weil nicht rechtzeitig eine geeignete Person für die Übernahme gefunden wird. Jährlich gehen 10'000 bis 15'000 Arbeitsplätze aufgrund schlecht oder zu spät geplanter Nachfolge verloren.

Auslaufmodell Familiennachfolge
Glücklich kann sich schätzen, wer eine Nachfolge in der Familie findet. Immer seltener nämlich sind Nachkommen bereit, in das Geschäft ihrer Eltern einzusteigen. Während noch vor einem halben Jahrhundert die Weitergabe in der Familie die Norm war, zeigen sich heute insbesondere Hochschulabgänger an einer Übernahme oft nicht interessiert und streben stattdessen eher eine Karriere in einem Grossunternehmen an. Dieser Trend hat sich über die vergangenen Jahrzehnte laufend verstärkt. Das macht es immer häufiger notwendig, eine Käuferschaft zu suchen, die neben dem Interesse an einer Übernahme der Firma auch das notwendige Know-how für deren Führung mitbringt. Das können Mitarbeitende des Unternehmens sein oder externe Interessenten, die mit der Branche bereits vertraut sind. Ein Bericht der Credit Suisse aus dem Jahr 2013 listet auf, dass etwa 40% der Unternehmen eine Nachfolgelösung in der Familie finden, 20% an firmeninterne Mitarbeitende verkauft, und 40% an eine firmenexterne Nachfolgeperson veräussert werden.

Fitness für die Firma
Was können Sie tun, um die Aussichten auf eine gute Nachfolgelösung zu verbessern? Ein KMU ist attraktiv, wenn es über gesunde Finanzen, eine gut strukturierte Organisation und eine vorbildliche Buchführung verfügt. Folglich sollte die Vorbereitung einer Nachfolge stets eine Überprüfung der Organisation, des Managements und der internen Abläufe umfassen, insbesondere wenn das Unternehmen bisher eher informell geführt wurde.

Zudem sollten aussagekräftige Kennzahlen den gesunden Zustand der Firma belegen. Diese Faktoren versetzen Sie in die Lage, in den Verhandlungen einen reellen Preis für Ihr Unternehmen zu erzielen.

Beratung durch Experten
Bei der Übertragung einer Firma stellen sich komplexe steuerliche Fragen. Ein Verkauf an nicht direkte Nachkommen kann eine Steuerbelastung bis zu 40% des Unternehmenswertes zur Folge haben. Sollen Teile des Firmenvermögens ins Privatvermögen umgeschichtet werden, muss das mindestens fünf Jahre vor dem Tag der offiziellen Überschreibung erfolgen, um unnötige Steuerbelastungen zu vermeiden.

Wer seine Firma verkauft, um in den Ruhestand zu treten, sollte sich vorab auch mit der eigenen Existenzsicherung befassen. Vielfach reichen die Renten von AHV und Pensionskasse nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Hier kann sich der Zuzug von Finanzexperten lohnen, die Ihnen lohnende Anlageoptionen oder Steueroptimierungen aufzeigen können.

Keyplayer absichern
Die Planung der eigenen Nachfolge öffnet vielfach auch die Augen für eine Gefahr, mit der sich viele Unternehmende verständlicherweise nur ungern auseinandersetzen. Was ist, wenn Führungspersonen durch Unfall oder Krankheit unvermittelt aus dem Unternehmen ausscheiden oder für längere Zeit ausfallen? Tritt dieses Schreckenszenario ein, steht im schlimmsten Fall gar das Fortbestehen der Firma auf dem Spiel, sofern keine Vorsorge getroffen wurde. Nutzen Sie die Möglichkeit, sich gegen die finanziellen Folgen eines vorübergehenden oder endgültigen Ausfalls von Schlüsselpersonen abzusichern.

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