Haftpflicht, Recht & Sachwerte

Risikomanagement für KMU

Risikomanagement – das müssen KMU wissen

Ein Risikomanagement hilft, Gefahren frühzeitig zu erkennen sowie Risiken gezielt zu vermindern, und schützt so vor hohen Schadenkosten und Konkurs.

Risikomanagement ist für viele Unternehmen Pflicht. So will es das Gesetz. Viele Verantwortliche empfinden die geltenden Vorschriften jedoch als zusätzliche administrative Schikane und beschränken sich deshalb nur auf das absolute Minimum.

Hauptrisiko Betriebsunterbruch

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Das grösste Risiko für die meisten Unternehmen sind Verluste aus einer Betriebsunterbrechung. Brand, Elementarereignisse wie Überschwemmung und externe Bedrohungen wie Verteuerung von Rohstoffen oder Marktveränderungen stehen weit oben auf der Liste. Dass die Angst vor diesen Ereignissen nicht unbegründet ist, zeigt die Tatsache, dass nach einem Grossbrand und in der Folge längerer Betriebsunterbrechung 70 Prozent der produzierenden Unternehmen Konkurs gehen, obwohl sie eine Feuerversicherung besitzen.

Unternehmensdaten in Gefahr

Für viele mittelständische Firmen  stellt ein IT-Systemausfall ein hohes Risiko dar. In diesem Bereich sind Installationen von redundanten Servern und Verbindungen oft dringend nötig, werden jedoch nicht ausgeführt, da sie keinen direkten Einfluss auf die Verkaufszahlen haben. Das hat zur Folge, dass auch die Datensicherheit bei vielen KMU ein grosses Problem darstellt.

Verlust von Schlüsselmitarbeitenden

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KMU sind stark personenbezogen. Vor allem bei inhabergeführten Betrieben ist der Unternehmer selbst das Hauptrisiko, kann dieser doch bei einem Ausfall nur schwer ersetzt werden. Eng damit verknüpft ist die Tatsache, dass es dem Schweizer Arbeitsmarkt an geeigneten Fachkräften mangelt.

Bedrohliche Marktentwicklungen

Es ist eine Binsenweisheit, trotzdem ist sie wahr: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Wer Veränderungen im Handeln der Marktteilnehmer, der Kunden und Mitbewerber verpasst, geht ein hohes Risiko ein. Kunden strafen Unbeweglichkeit mit sinkender Nachfrage, Mitbewerber nutzen Schwächen gnadenlos aus. Als Unternehmer sollten Sie daher Systeme schaffen, mit denen Sie Ihre Risikosituation regelmässig überprüfen und Ihre Risiken gezielt vermindern – sprich, führen Sie ein professionelles Risikomanagement ein.

Die wichtigsten Geschäftsrisiken 2017: Betriebsunterbruch (inkl. Lieferkettenunterbruch und -vulnerabilität), IT-Risiken (Cyberkriminalität, systemausfälle, Verletzung der Datenschutzrechte), Marktentwicklungen (Volatilität, verstärkter Wettbewerb, stagnierende Märkte), rechtliche Veränderungen (Wirtschaftssanktionen, politische Veränderungen, Protektionismus) Makroökonomische Entwicklungen (Sparprogramme, Anstieg der Rohstoffpreise, Deflation/Inflation) und Naturereignisse (Sturm, Überschwemmung, Erdbeben).

(Quelle: Allianz-Risk-Barometer 2017)

Risikoprävention und Schadenprävention, proaktive und reaktive Massnahmen

Damit die KMU ihre Zukunft sichern können, ist ein bewusster Umgang mit Risiken von zentraler Bedeutung. Dabei wird zwischen proaktiven und reaktiven Massnahmen unterschieden. Proaktive Massnahmen, sprich Risikoprävention, stehen im Vordergrund und zielen im Wesentlichen darauf ab, Ereignisse zu verhindern. Reaktive Massnahmen hingegen sollen das Schadensausmass verringern. Beim Risiko «IT-Systemausfall» bestünde eine proaktive Massnahme darin, Redundanzen zu schaffen, die man rechtzeitig einsetzen kann, um einen Ausfall zu verhindern. Ein Notfallplan, der bei einem Ausfall die notwendigen Abläufe und Verantwortlichkeiten klärt, wäre eine reaktive Massnahme. Im Unterschied zum Krisenmanagement, das sich mit reaktiven Massnahmen befasst, beinhaltet das Risikomanagement proaktive Massnahmen zur Schadenprävention.

Je später, desto teurer

Firmen, die nur ein minimales Risikomanagement betreiben, müssen bei einem Ereignis mit hohen Schadenkosten und Verlusten – im Extremfall mit Konkurs – rechnen. Unternehmen mit einer solchen Risikostrategie geben generell wenig Geld für proaktive Massnahmen aus und hoffen, dass alles gut geht. Oftmals fehlen jedoch die personellen und finanziellen Ressourcen, um proaktive Massnahmen einzuführen. Oft verdrängen Chefs aber auch einfach die Realität.

Bei Firmen mit einem hohen Risikobewusstsein wird hingegen sehr viel unternommen und investiert, um Risiken vorzubeugen. Entsprechend sind die Kosten infolge eines Ereignisses tief. Solche Firmen wägen Risiken ab und setzen Präventionsmassnahmen um. Auf diese Weise wird versucht, durch gezieltes Risiko- und Krisenmanagement die Kosten tief zu halten.

Fazit

Fest steht: Die Risikoexposition der meisten Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren akzentuiert. Risiken können zu hohen Schadenkosten führen, im Extremfall sogar die Existenz eines Unternehmens bedrohen. Um verantwortungsvoll mit diesen Risiken umzugehen, empfiehlt es sich auch für kleinere und mittelständische Firmen, ein gezieltes und professionelles Risikomanagement durchzuführen. Ein Gespräch mit einem Versicherungsexperten der Basler Versicherungen kann dabei effizient und zielführend sein.

Risikobeurteilung ist gesetzliche Pflicht

Gemäss Artikel 961 ff des Obligationenrechts will der Gesetzgeber sicherstellen, dass bei grösseren Unternehmen die Risiken im Geschäftsumfeld regelmässig beobachtet, analysiert und dokumentiert werden: «Der Lagebericht muss namentlich über die Durchführung einer Risikobeurteilung Aufschluss geben.» (OR Art. 961c, Absatz 2)

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