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Additive Manufactoring – der professionelle 3D-Druck boomt

Beim 3D-Druck werden durch das schichtweise Auftragen von Material dreidimensionale Objekte erzeugt.

Professioneller 3D-Druck

Additive Manufacturing, wie die verschiedenen 3D-Druckverfahren auch genannt werden, befindet sich im Vormarsch. Wir stellen Ihnen heute eine kleine, innovative Firma aus der Schweiz vor, die erfolgreich in diesem Segment tätig ist.

Die Steiner Werkzeugmaschinen AG hat vor gut zehn Jahren damit begonnen, Additive Manufacturing (AM) als zweites Standbein aufzubauen. Heute vertreibt die Firma neben klassischen Werkzeugmaschinen auch professionelle 3D-Drucker. Baloise Insights hat sich mit Oliver Steiner, dem CEO der Firma, unterhalten.

Insights: Was ist 3D-Druck, wie muss man sich das genau vorstellen?

Oliver Steiner: 3D-Druck ist nicht einfach 3D-Druck, da gibt es unterschiedlichste Systeme. Jedes Verfahren hat seine spezifischen Eigenschaften und seine Vor- und Nachteile. Wir bieten alle AM-Verfahren an und können so dem Kunden jeweils die für ihn bzw. seine Anforderungen geeignete Technologie verkaufen. Wir verstehen uns mittlerweile eigentlich nicht mehr als Verkäufer, sondern eher als Berater.

Wie läuft eine Beratung ab?

Firmen kommen auf uns zu und sagen, wir haben von den Möglichkeiten des 3D-Drucks gehört und möchten solche Verfahren bei uns in der Fertigung anwenden. Unsere Aufgabe ist es dann, das geeignete Produkt zu eruieren. Dazu müssen wir die Firma und die zu produzierenden Teile kennenlernen und verstehen.
Wir haben zu diesem Zweck auch Anlagen in-house, mit denen wir Erst-Bemusterungen machen können. Das bedeutet, dass uns Kunden ihre 3D-Files zusenden, und wir dann die entsprechenden Teile bei uns fertigen. Daraus resultiert schliesslich eine Empfehlung der aus unserer Sicht für die konkreten Anforderungen geeigneten Technologie.

Was muss man sich unter 3D-Files vorstellen?

Die Teile müssen ja zuerst konstruiert, sprich gezeichnet werden. Wir benötigen also 3D- Daten vom Kunden. Dabei kommen spezielle CAD-Programme zum Einsatz. Diese Software bieten wir auch an. Wir verkaufen also nicht nur die 3D-Drucker alleine, sondern auch die Software dazu.
Zuerst kommt also die Software, dann das Drucken und anschliessend oft noch die Nachbearbeitung, gerade bei Metallteilen. Und da kommen dann meist wieder klassische Werkzeugmaschinen zum Zug. Wir können damit dem Kunden eine umfassende Ausstattung für seine Produktion anbieten.

Was unternehmen Sie, um sich von der Konkurrenz abzuheben?

Wir wissen aufgrund unserer Erfahrung im Werkzeugmaschinen-Bereich, wo Additive Manufactoring Sinn macht und wo nicht. Es gibt einfach immer noch Teile, wo man sagen muss: Vergessen Sie das mit dem Drucken. Wir produzieren das besser und preisgünstiger ganz herkömmlich auf Fräs- oder Drehmaschinen. Das ist der Vorteil, den wir haben, dass wir nicht bestimmte Maschinen verkaufen müssen, sondern ganz gezielt auf die Kundenbedürfnisse abstellen können. Damit heben wir uns auch von den meisten unserer Mitbewerber ab. Es gibt wenig Werkzeugmaschinenhändler, die auch AM, also 3D-Druck, anbieten.

Wie gross ist dieses zweite Standbein für Sie?

Das ist inzwischen relativ gross. Wir sind eine kleine Firma mit 14 Angestellten plus vier Freischaffenden. Sechs unserer 14 Mitarbeitenden sind im 3D-Bereich tätig, sei es im Verkauf oder der Technik.

In welchem Bereich sind Ihre Kunden tätig?

Im 3D-Bereich haben wir ein sehr breites Kundensegment von Hochschulen über Spitäler, Architekturbüros, mechanische Werkstätten bis hin zur Uhrenindustrie. Das macht es natürlich auch komplex. Da redet man einmal mit dem Chirurgen, dann mit dem ETH- Professor, dann wieder mit einem Mechaniker. Und jeder hat wieder etwas andere Anforderungen an Materialien, ebenso wie an die CAD-Daten. Ein Architekt braucht ganz andere Voraussetzungen an 3D-Materialien als jemand, der in der Medizinaltechnik arbeitet. Und von jedem Bereich muss man ein bisschen was verstehen.

Gerne laden wir auch Interessenten zu uns nach Gränichen ein. Wir haben ein 3D- Democenter mit diversen 3D-Druck-Technologien im Haus, die wir live vorführen können.

Mit diesem Insights starten wir eine neue Serie. In loser Folge stellen wir Kunden vor, die in interessanten, jedoch wenig bekannten Geschäftsfeldern tätig sind. Möchten auch Sie porträtiert werden? Dann kontaktieren Sie uns.

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