Vorsorge für Mitarbeiter

Runter mit den Fehlzeiten

Fehlzeitenmanagement beginnt immer mit dem Griff an die eigene Nase

Unzufriedenheit bekämpfen

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Verständlich, wenn Maurer, Möbelpacker oder Altenpfleger mal ausfallen, dies sind schliesslich wahre Knochenjobs. Aber wenn Büroangestellte sich ständig krank melden, die an ihrem ergonomisch optimierten Arbeitsplatz keinen körperlichen Strapazen ausgesetzt sind, fragen sich Arbeitgeber schon mal: Was läuft hier falsch?

Absenzen haben selten mit Tonerstaub oder dem falschen Bürostuhl zu tun, sondern mit – Unzufriedenheit. «Für die gefühlte Belastung sind die Führungskultur, die Wertschätzung, das Betriebsklima, der persönliche Gestaltungsfreiraum, die Entwicklungsmöglichkeiten und die Identifikation mit der Arbeit wichtiger», sagt Jürg Aemmer, Personalleiter beim Gebäckhersteller Kambly. Das heisst im Umkehrschluss: Wer Fehlzeiten verringern will, muss die Unzufriedenheit bekämpfen. 

Zahl der Krankmeldungen steigt
Das lohnt sich, auch finanziell. Es geht ins Geld, wenn jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin in der Schweiz – je nach Zählung – sieben bis neun Tage im Jahr ausfällt. Manche kommen angeschlagen zwar zur Arbeit, sind dort allerdings wenig produktiv. Das kostet Unternehmen jährlich rund 5 Mrd. CHF, hat die Gesundheitsförderung Schweiz überschlagen. Die Summe dürfte steigen, denn auch die Zahl der Krankmeldungen steigt: «Rückblickend auf die letzten zehn Jahre stehen wir auf einem Rekordwert», sagt Roland Reilly, Abteilungsleiter bei der Krankenkasse Swica. Besonders beträchtlich ist der Anstieg bei Büroangestellten. Reilly beobachtet, dass immer mehr Unternehmen gegensteuern, «weil sie spüren, dass diese Absenzvollkosten richtig weh tun.»

Aber was können Unternehmen dagegen tun? Sich an die eigene Nase greifen und anerkennen, dass vielleicht ja doch das Betriebsklima für die Fehlzeiten sorgt. Umfragen belegen, dass Unstimmigkeiten mit Vorgesetzten häufig die Ursache für das Fernbleiben vom Arbeitsplatz sind. Und im nächsten Schritt: für die Kündigung. Weil das kaum offen kommuniziert wird, ist Vorgesetzten selten bewusst, welch entscheidende Rolle sie für Zufriedenheit und Leistung ihrer Mitarbeitenden – und damit für die Produktivität des Unternehmens – einnehmen.

Eine Frage der Wertschätzung
Im Übermass der Aufgaben fehlt Führungskräften leider häufig die Zeit, um auf die Befindlichkeiten jedes einzelnen Mitarbeiters, jeder einzelnen Mitarbeiterin einzugehen. Dabei wäre das der Schlüssel zum Erfolg: die Mitarbeitenden bewusst sehen und ihren Einsatz wertschätzen. Durch diese Nähe erkennen Führungskräfte frühzeitig, wenn Mitarbeitende (gesundheitliche) Probleme haben. Jetzt heisst es nur noch: ansprechen und gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Deshalb beginnt Fehlzeitenmanagement damit, das Betriebsklima zu erkunden. Wie gehen Mitarbeitende und Vorgesetzte miteinander um? Was würden Mitarbeitende, was Führungskräfte gern ändern, wo sehen sie Ansatzpunkte? Die Antworten liefern Hebel zum Handeln, denn jedes Fehlzeitenmanagement muss stimmig zur Kultur des Unternehmens passen.

Offen für Konflikte
Handeln müssen vor allem Führungskräfte: Nur wenn sie sich ihres Verhaltens bewusst sind, können sie es ändern. Dabei hilft es, wenn im Betrieb massgeschneiderte Leitplanken und Instrumente zur Verfügung stehen.

Auch der Rest der Belegschaft ist gefordert. Sie darf ihre Unzufriedenheit nicht länger herunterschlucken, sondern muss sich trauen, Konflikte anzusprechen und auszutragen. Also: raus mit der Sprache! Nur so entsteht ein Teamgeist. Und wer sich gesehen und geschätzt fühlt, kommt gar nicht mehr auf die Idee blauzumachen. Zufriedene Mitarbeitende sind nun mal produktivere Mitarbeitende. 

Wie führen Sie ein Fehlzeitenmanagement in Ihrem Unternehmen ein? Baloise Care hilft Ihnen! Gemeinsam mit unseren Partnern AEH und Ismat erkunden wir im ersten Schritt individuell für Sie, was zu den hohen Fehlzeiten führt. Im zweiten Schritt beraten wir Ihre Führungskräfte, wie sie Fehlzeiten systematisch reduzieren können. System, Prozesse und Schulung werden auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten.

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