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Sicherheitsschlüssel – die sichersten Schlüssel der Welt

Sicherheitsschlüssel der nächsten Generation: Mit Hightech zum sichersten Schlüssel der Welt

Das Schweizer Start-up UrbanAlps entwickelt mit dem Stealth Key den sichersten Schlüssel für ein Zylinderschloss. Da hilft auch keine 3D-Technologie bei der Kopie: Der Schlüssel gibt sein Geheimnis einfach nicht preis.

Einen Schlüssel zu kopieren ist gar nicht so schwer. Man benötigt etwas Gips oder Knetmasse für den Abdruck sowie eine Schleifmaschine für die Schlüsselkopie. Allerdings setzt diese Methode immer noch einiges an handwerklichem Geschick voraus. Digitalisierung und technischer Fortschritt haben Schlüsselkopien dagegen zu einem «Kinderspiel» gemacht. Es genügen Fotos vom Schlüssel aus mehreren Perspektiven. Handelsübliche Software errechnet aus diesen Bilddaten ein 3D-Modell und ein 3D-Drucker der Einstiegspreisklasse fertigt die Kopie an. Das war es dann mit der Sicherheit.

Der Stealth Key als ultimativer Sicherheitsschlüssel

«Die Menschen glauben uns oft nicht, dass man funktionsfähige Schlüssel mit einem Haushalts-3D-Drucker herstellen kann, aber wir haben es in unserem Labor selbst ausprobiert», sagt Alejandro Ojeda (35). Der gebürtige Spanier gründete zusammen mit Felix Reinert (38) im Sommer 2014 in Zürich das Unternehmen UrbanAlps. Ihr Ziel: der nicht kopierbare Schlüssel – aus dem 3D-Metalldrucker. Die Idee dahinter: Die Erhebungen und Vertiefungen auf konventionellen Sicherheitsschlüsseln lassen sich mit einem 3D-Scanner erfassen. Der Stealth Key der beiden Gründer birgt dagegen ein unsichtbares Geheimnis. In einem nicht einsehbaren Hohlraum verbergen sich weitere massgebliche und nicht scannbare Markierungen für den Schliesszylinder. Das Ende klassischer Schlüssel Der Maschinenbauingenieur und der Physiker lernen sich während eines Projekts bei einem Anlagenbauer kennen. Mit additiven Verfahren sollen die Schaufelräder bei Gasturbinen verbessert werden. In dieser Zeit lesen beide einen Artikel über zwei Studenten vom renommierten Massachusetts Institute of Technology MIT in den USA. Sie riefen das Ende des klassischen Schlüssels aus, sofern man 3D-Technologien nicht verbiete. Die gewagte These weckte den Erfinder- und Unternehmergeist der Schweizer.

Testphase für den Sicherheitsschlüssel

Mithilfe privater Business Angels, der W. A. de Vigier Foundation und Venture Kick bauten sie ihr Unternehmen auf. Im kommenden Jahr könnte eventuell eine weitere Finanzierungsrunde über Crowdfunding starten. Je nachdem wie der Verkaufsstart des Stealth Keys Anfang 2017 verläuft. Aktuell haben sie die dritte Prototypversion fertig. Der hat auch bereits 200 000 Schliessungen im Test überstanden. Zuverlässigkeit ist Trumpf Die Zylinder lassen Ojeda und Reinert bei einem Zulieferer fertigen, die Schlüssel entstehen bei UrbanAlps. Die Idee eines Schliesszylinders und des passenden Schlüssels ist über 155 Jahre alt. Wird es da nicht Zeit für elektronische Schlösser, die man per Smartphone oder Chipkarten öffnet? Ojeda schüttelt den Kopf: «Allem Softwarebasierten droht ein Hackerangriff. Zudem muss man regelmässig Batterien wechseln und die Systeme sind deutlich teurer.» Aber sein Hauptargument für einen mechanischen Schliesszylinder ist die Zuverlässigkeit: «In 20 Jahren hatte das Türschloss meiner Wohnung nicht einen Ausfall.» UrbanAlps wendet sich mit seinen fälschungssicheren Schlüsseln zunächst an Unternehmen, in deren Räumen sensible Daten oder wertvolle Geräte lagern. Dennoch hatte Ojeda bei der Entwicklung zunächst private Anwendungsfälle vor seinem geistigen Auge. Ein Vormieter, eine ehemalige Putzhilfe oder ein Ex-Freund, die kurzzeitig im Besitz des Wohnungsschlüssels waren – jeder hätte diesen leicht kopieren können. Und das Kopieren wird immer leichter. Schon bald genügt für einen 3D-Scan die Smartphone-Kamera. «Apple hat kürzlich ein 3D-Scan-Unternehmen aufgekauft. Das wird die iPhone-Kamera sicher bald können», vermutet Ojeda. Für den Spanier, der zuvor mit grossen Maschinen und Motoren gearbeitet hat, war vor allem eins überraschend: «Ich hätte mir nie träumen lassen, wie viele unterschiedliche Schlüssel und Schlösser es auf der Welt gibt.» Gute Aussichten für das Start-up.

Das sind die Köpfe hinter dem Stealth-Key-Sicherheitsschlüssel

www.urbanalps.com Alejandro Ojeda, 35, Co-founder und Managing Director von UrbanAlps, ist auf den Kanarischen Inseln gross geworden. Hat in Oxford, Turin und Spanien Maschinenbau studiert und schon während des Studiums zahlreiche Auszeichnungen erhalten und drei Patente erworben. Für sein Studium hatte er bereits ein Stipendium des Formel-1-Piloten Fernando Alonso erhalten und 2014 am Venture-Leaders-Programm in Boston und New York teilgenommen. Dr. Felix Reinert, 38, Co-founder von UrbanAlps und Experte im 3D-Metalldruck, ist diplomierter Mikrotechnikingenieur (Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne) und Dr. phil.-nat. Physik (Studium an der Universität Bern). Zudem besitzt er einen didaktischen Ausweis in Physik der ETH Zürich. Jahrelange industrielle Erfahrung hat er bei der Alstom als Clusterleiter «Novel Manufacturing Technologies» gesammelt. Er ist Gründer und CEO der Protoshape GmbH und Mitgründer und CTO des Start-ups UrbanAlps. Zudem ist er Mitglied der Geschäftsleitung und Forschungsleiter Advanced Manufacturing Technologies am Switzerland Innovation Park Biel/Bienne.

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