Kryptowährungen, Industrie 4.0 und Robotik: Drei zurzeit hoch gehandelte Trends, die in diesem Jahr Auswirkungen auf die Schweizer Wirtschaft haben werden.

Die Digitalisierung betrifft auch KMU

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Es gibt viele Trends, von denen angenommen wird, dass Sie die Gesellschaft und die Industrie prägen werden. Wir beleuchten drei Aspekte der fortschreitenden Digitalisierung, die für die Wirtschaft von Belang und zurzeit in aller Munde sind. Lesen Sie, inwiefern Sie als KMU betroffen sind.

Kryptowährungen
Der Bitcoin ist hoch im Kurs. Und in manchem Anleger-Portfolio. Er ist die bekannteste von rund 5'000 Kryptowährungen, die sich zurzeit in Umlauf befinden. Einige sind damit reich geworden, andere haben mit den hoch volatilen digitalen Zahlsystemen viel Geld verloren. Doch was bedeutet das Aufkommen von Digitalgeld für KMU? Wir schildern es hier am Beispiel Bitcoin.

Zunächst einmal besteht das Risiko, dass die Bitcoins im Depot jederzeit rapide an Wert verlieren können. Andererseits eröffnet sich jedoch auch die Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen, indem man die Bezahlung mit Bitcoins akzeptiert. Doch wie nehmen Sie Bitcoins überhaupt entgegen? Sie benötigen eine Bitcoin-Adresse und eine Art digitales Portemonnaie. Beides bieten Ihnen Smartphone-Apps wie zum Beispiel «Bitcoin Wallet». Wir empfehlen Ihnen, auch auf Ihrer Webseite zu vermerken, dass Sie Bitcoin akzeptieren. Zudem gibt es spezialisierte Verzeichnisse, in die denen Sie sich eintragen lassen können. Das kann Ihnen Neukunden bescheren, die gezielt nach Anbietern suchen, die Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren. Auf Ihren Rechnungen sollten Sie ebenfalls einen Hinweis auf die mögliche Bezahlung mit Bitcoins anbringen. Tipp: Wenn Sie auf jede Rechnung eine eigene Bitcoin-Adresse drucken, können Sie den Zahlungseingang direkt der entsprechenden Rechnung zuordnen. All dies ist übrigens kostenlos: Sie bezahlen weder Kommissionen noch Gebühren.

Denken Sie dabei aber auch an die Cybergefahren. Mitunter werden die Wallets oder auch die Tauschbörsen gehackt und die Konten leergeräumt. Allenfalls lohnt sich hier der Abschluss einer Cyberversicherung.

Industrie 4.0

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Nach der Einführung der Dampfmaschine in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der Elektrifizierung Ende des 19. sowie der digitalen Revolution in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts scheint zurzeit eine vierte industrielle Revolution im Gang. Worin besteht diese unter dem Schlagwort Industrie 4.0 zusammengefasste Entwicklung?

Im Wesentlichen handelt es sich um die Ergänzung der traditionellen industriellen Produktion durch neue Informations- und Kommunikationssysteme. Physische Produkte lassen sich digital vernetzen, wodurch der Hersteller den Einsatz und die Verwendung seiner Produkte besser kennenlernt. So erfährt er, wie der Kunde das Produkt nutzt, und kann daraus schliessen, was für diesen besonders wichtig ist. Die Erkenntnisse aus den Daten können in die Produktentwicklung einfliessen und ermöglichen somit nachhaltige Wettbewerbsvorteile.

Aber was genau heisst das jetzt für Ihr Unternehmen? Es geht um ein grundsätzliches Umdenken und Entwickeln neuer Denkansätze, nicht bloss um die Implementierung neuer Technologien. Dafür braucht es das entsprechende Know-how, das Sie sich bei Bedarf durch qualifiziertes Personal an Bord holen sollten. Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen, sich von Experten zu den verschiedenen Aspekten der Digitalisierung beraten zu lassen, um die neuen Möglichkeiten optimal nutzen zu können. Betrachten Sie Industrie 4.0 als Chance und nicht primär als Bedrohung!

Robotik

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Bis anhin kamen Industrieroboter vor allem bei grossen Unternehmen, etwa bei Automobilherstellern, zum Einsatz. Das ändert sich gerade. Angesichts der gesunkenen Anschaffungskosten und dank der höheren Flexibilität der neuen, dritten Robotergeneration werden diese zunehmend auch von KMU nachgefragt. Roboter eignen sich vor allem für repetitive Tätigkeiten, die Menschen in der Regel nur ungern übernehmen. Heute gibt es überdies Modelle, die gemeinsam mit Menschen an einem Produkt arbeiten können. Diese neue Spezies wird «collaborative robot» oder «cobot» genannt. Dank künstlicher Intelligenz sind Roboter inzwischen auch in der Lage dazuzulernen. Doch für welche Aufgaben soll ein Betrieb erstmals Roboter einsetzen?

Von einer Umstellung der laufenden Produktion raten Experten eher ab. Empfehlenswert ist, den erstmaligen Einsatz von Robotern bei einem Ausbauschritt, wie etwa einer neuen Fertigungsanlage, zu prüfen. Hier können Sie erste Erfahrungen sammeln und dank Produktivitätssteigerungen auch die Akzeptanz Ihrer Mitarbeitenden gewinnen. Das unternehmerische Risiko hält sich überdies in Grenzen. Die kleinsten Industrieroboter sind bereits ab CHF 10'000 erhältlich, die meisten Geräte bewegen sich in einer Bandbreite von CHF 20'000 bis 50'000. Komplette Roboterzellen – mitsamt Greifer, Apparaturen für die Zu- und Abführung der bearbeiteten Teile sowie Sicherheitstechnik – müssen Firmen mindestens 100 000 Fr. veranschlagen.  schlagen hingegen mit CHF 100'000 oder mehr zu Buche, weshalb Sie deren Anschaffung erst in Erwägung ziehen sollten, nachdem Sie erste Erfahrungen sammeln konnten.

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