Marktausblick 2026
Das Jahr 2025 zeigte die Widerstandsfähigkeit der Märkte trotz erheblicher Unsicherheiten. Als US-Präsident Trump im April seine Zollpläne verkündete, verlor der globale Aktienmarkt über zehn Prozent. Die Erholung kam mit der Zollpause, neuen Handelsabkommen und dem KI-Boom.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) führte im Sommer die Nullzinspolitik wieder ein. Trotz niedriger Zinsen zeigte sich der Schweizer Franken äusserst stark. Der US-Dollar verlor gegenüber dem Franken dreizehn Prozent an Wert. Schweizer Anlegerinnen und Anleger verzeichneten daher erhebliche Währungsverluste auf nicht abgesicherte Dollar-Anlagen. Dafür glänzte der Schweizer Aktienmarkt mit einer überdurchschnittlichen Performance von beinahe achtzehn Prozent. Auch Gold glänzte besonders mit einer Wertsteigerung von beinahe 46 Prozent.
Ende Jahr entspannte sich auch die Situation für Schweizer Exporteure und Exporteurinnen: Die Schweiz und die USA einigten sich auf einen Zoll-Deal, und Schweizer Pharmaunternehmen verhandelten erfolgreich neue Preise mit der US-Regierung, um zusätzliche Zölle zu verhindern.
Wir erwarten moderates Wachstum mit regionalen Unterschieden. Die USA profitieren von KI-Investitionen und robustem Konsum wohlhabender Haushalte, während einkommensschwächere Haushalte unter Druck geraten. In der Eurozone beschleunigt sich die Erholung dank Deutschlands fiskalischem Neustart mit Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung. Die Schweiz kann mit moderatem Wachstum von etwas über einem Prozent rechnen, unterstützt durch die Reduktion der US-Zölle von 39 auf fünfzehn Prozent.
Das Niedrigzinsumfeld in der Schweiz bleibt bestehen. Zehnjährige Staatsanleihen rentieren nahe null Prozent, und Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren erzielen bereits negative Renditen. Dies macht die Suche nach renditeträchtigen Alternativen unumgänglich. Schweizer Aktien mit ihrer Dividendenrendite von rund drei Prozent, Immobilienfonds und alternative Anlagen wie Gold werden dadurch besonders attraktiv. Eine breite Diversifikation über verschiedene Anlageklassen ist wichtiger denn je.
Ja, Schweizer Aktien bleiben attraktiv. Der Schweizer Aktienmarkt ist einer der wenigen Märkte, der noch relativ fair bewertet ist, und bietet eine attraktive Risikoprämie. Die hohe Qualität der Unternehmen und die Dividendenrendite von rund drei Prozent machen Schweizer Aktien im Niedrigzinsumfeld besonders interessant. Zudem haben sich die politischen Risiken deutlich entschärft: Der Zoll-Deal mit den USA verbessert die Situation für Schweizer Exporteurinnen und Exporteure, und die Pharmariesen konnten sich mit der US-Regierung auf neue Preise einigen, womit sie von möglichen Pharmazöllen befreit sind.
US-Aktien, insbesondere Technologietitel, sind hoch bewertet. Der KI-Boom treibt die Kurse, aber die Erwartungen an das Gewinnwachstum sind entsprechend hoch. Das birgt Enttäuschungspotenzial. Auch Konzentrationsrisiken nehmen zu. Neun der zehn grössten Positionen im MSCI-Weltindex stehen im Zusammenhang mit KI und repräsentieren über ein Viertel des gesamten Index. Investoren sollten zunehmend differenzieren und auch in der gesamten KI-Wertschöpfungskette nach Chancen suchen, etwa bei Versorgern, die vom steigenden Strombedarf der Rechenzentren profitieren. Eine gewisse US-Aktienquote bleibt sinnvoll, aber Diversifikation ist wichtig.
Schweizer Staatsanleihen bleiben Niedrigzinsanlagen und wenig attraktiv. Ausländische Anleihen bieten zwar höhere Renditen, aber nach Absicherung des Währungsrisikos bleibt meist keine Mehrrendite übrig. Auch Unternehmensanleihen sind aktuell wenig attraktiv, da die Kreditrisikoprämien auf historisch niedrigem Niveau liegen. Dennoch bleiben Anleihen aus Diversifikationsaspekten ein sinnvoller Bestandteil eines gemischten Portfolios. Sie können in turbulenten Marktphasen stabilisierend wirken, auch wenn das Renditepotenzial begrenzt ist.
Der Schweizer Franken bleibt ein zunehmend seltener sicherer Hafen. Er ist aufgrund niedriger Inflation, geringer Staatsverschuldung und politischer Stabilität nach wie vor gefragt. Das steht im Gegensatz zum US-Dollar. Dieser hat sich gegenüber dem Franken im letzten Jahr um dreizehn Prozent abgewertet. Eine Erholung ist in diesem Jahr nicht zu erwarten. Die Zinssenkungen der US-Notenbank sowie Trumps erratische Politik dürften den Dollar belasten. Der Euro profitiert von der Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft. Für EUR/CHF erwarten wir daher eine stabile Kursentwicklung.
Ja, Schweizer Immobilienanlagen bleiben attraktiv. Im Niedrigzinsumfeld bieten Immobilienfonds mit ihrer Ausschüttungsrendite von über zwei Prozent im Durchschnitt eine interessante Anlagechance. Besonders das Wohnsegment profitiert von einer hohen Nachfrage, die unter anderem durch Zuwanderung getrieben wird und auf ein zu niedriges Angebot trifft. Allerdings sind Immobilienfonds mittlerweile hoch bewertet. Die Renditen dürften daher nicht mehr so hoch ausfallen wie in den letzten zwei Jahren.
Gold bleibt interessant, auch wenn die aussergewöhnlichen Gewinne von 2025 (beinahe 46 Prozent in Schweizer Franken) nicht wiederholbar sein dürften. Die Nachfrage bleibt intakt: Zentralbanken aus Schwellenländern kaufen weiter Gold zur geopolitischen Absicherung. Zudem machen die anhaltend hohe US-Inflation, steigende Staatsverschuldung weltweit und Zweifel an der langfristigen Glaubwürdigkeit des US-Dollars Gold als Absicherung für Anlegerinnen und Anleger attraktiv.
Es gibt mehrere Schlüsselrisiken: Enttäuschende Unternehmensgewinne bei hochbewerteten KI-Titeln könnten eine breite Marktkorrektur auslösen, was auch negative Folgen für die Wirtschaft, insbesondere in den USA haben würde. Die hohe Staatsverschuldung und fiskalische Disziplinlosigkeit in einigen Ländern könnten das Vertrauen der Anleihemärkte und jeweiligen Währungen erschüttern. Geopolitische Eskalationen – seien es der Ukraine-Krieg oder Spannungen zwischen den USA und China – sowie eine Verschärfung der Handelskonflikte bleiben Risikofaktoren. Eine gut diversifizierte Anlagestrategie hilft, diese Risiken abzufedern.
Breite Diversifikation über verschiedene Anlageklassen und Regionen ist sinnvoll. Im Niedrigzinsumfeld sind Sachwerte, wie Immobilien oder auch Gold gefragt. Schweizer Aktien bieten solide Dividenden. Anleihen bleiben trotz niedriger Renditen ein Stabilisator im Portfolio. Eine langfristige Perspektive und Disziplin sind entscheidend für den Anlageerfolg.
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