Market View 04.03.2026
Aktuelle Marktinformationen für Privatanleger
- Geopolitik: Die Spannungen im Nahen Osten führten bereits in den letzten Wochen zu einem Anstieg des Erdölpreises. Am 28.02.2026 kam es zur Eskalation: Die USA und Israel griffen den Iran an, der schnell mit Gegenschlägen auf Israel und die Golfstaaten reagierte.
- Künstliche Intelligenz: Die künstliche Intelligenz bewegt die Finanzmärkte.
- Notenbanken: Weltweit werden Zentralbanken im März über ihre Zinspolitik entscheiden. Von den Notenbanken in den USA, im Euroraum oder der Schweiz werden jedoch keine Zinssenkungen erwartet.
Obligationen
Bei Obligationen aus Schwellenländern sehen wir noch attraktive Renditen. Insgesamt erachten wir Obligationen im Vergleich zu anderen Anlageklassen jedoch als weniger attraktiv.
Aktien
Bei Aktien bevorzugen wir weiterhin Titel aus der Schweiz und aus den Schwellenländern. Aufgrund der starken Kursavancen bevorzugen wir jedoch eine leicht niedrigere Übergewichtung der Schweizer Aktienquote gegenüber der Benchmark. Attraktivere Rendite-Risiko-Chancen sehen wir bei Titeln aus den Schwellenländern.
Immobilien
Wir sehen zwar noch weiteres Potenzial bei Schweizer Immobilienanlagen, der Fokus sollte jedoch auf Anlagen mit niedrigeren Agios oder Anlagestiftungen gelegt werden.
Alternative Anlagen
Nach dem Einbruch des Goldpreises Ende Januar setzte eine Erholung ein. Geopolitische Spannungen dürften das Edelmetall insgesamt in den kommenden Wochen weiter stützen. Senior Secured Loans bieten zwar noch attraktive Renditen, aber die Attraktivität hat abgenommen. Aus Diversifikationsgründen sind Katastrophenanleihen attraktiv.
- Obligationen
Die Renditen zehnjähriger Schweizer Staatsanleihen schwanken zwischen 0,20 und 0,30 Prozent. Das Tiefzinsumfeld in der Schweiz erweist sich als hartnäckig. Die Währungsabsicherungskosten für Schweizer Investoren bei USD-Anleihen liegen deutlich über dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre. Dadurch sind FX-abgesicherte Fremdwährungsanleihen eher unattraktiv für Schweizer Anleger. - Aktien
Die künstliche Intelligenz bewegt die Finanzmärkte. Schwellenländer- und europäische Aktien zeigen zu Jahresbeginn eine starke Performance, während KI-Sorgen den US-Markt belasten. Während Chiphersteller von der KI-Nachfrage profitieren, werden die Geschäftsmodelle vieler Softwareunternehmen angesichts neuer KI-Anwendungen zunehmend infrage gestellt. Software-Aktien geraten stark unter Druck. - Gold
Nachdem der Goldpreis Ende Januar eingebrochen war, hat er im Februar wieder deutlich zugelegt. - Immobilien
Schweizer Immobilienaktien weisen seit Jahresbeginn bereits eine Performance im zweistelligen Bereich auf. Die Bewertungen von Immobilienaktien und -fonds sind in den letzten Monaten deutlich angestiegen. - Öl
Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA haben in den letzten Wochen zu einem deutlichen Anstieg des Erdölpreises geführt. Falls die Ölversorgung durch die Strasse von Hormus langfristig blockiert wird, dürften die Ölpreise noch einmal deutlich ansteigen.
Wirtschaftswachstum
- Die US-Handelspolitik schürt erneut Unsicherheit. Die Anpassung der Zölle dürfte die Wirtschaftsprognose für Europa vorerst nur wenig verändern.
- Die Frühindikatoren für die Wirtschaftsentwicklung im Euroraum deuten auf eine Erholung der Industrie hin, insbesondere in Deutschland. So liegt der deutsche Einkaufsmanagerindex für die Industrie erstmals seit mehr als dreieinhalb Jahren wieder im expansiven Bereich.
Inflation
- Die Inflationsraten in der Schweiz und im Euroraum entsprechen den Zielen der Zentralbanken.
- Die Inflation in den USA bleibt hartnäckig hoch – unter anderem wegen der Zölle.
Was ist passiert?
- Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat beschlossen, Trumps umfassende globale Zölle aufzuheben, da er seine Befugnisse gemäss dem Notstandsgesetz («IEEPA») überschritten habe.
- Aufgehoben wurden länderspezifische Zölle; bestehen bleiben produkt- und sektorspezifische Zölle (z. B. Stahl, Aluminium, Autos).
Wie geht es weiter?
- Mögliche Rückerstattungen an Importeure könnten sich auf bis zu 170 Milliarden US-Dollar belaufen.
- Infolge des Gerichtsentscheids haben die USA am 24. Februar 2026 einen neuen globalen Zollsatz von 10 % eingeführt. Dieser gilt bis zum 24. Juli 2026 (150 Tage), sofern der Kongress ihn nicht verlängert.
- Donald Trump hat bereits eine Erhöhung von 10 auf 15 % angekündigt. Es werden auch Abklärungen durchgeführt, um längerfristige Zölle unter einem anderen Gesetz einzuführen.
Implikationen für die Märkte und die Wirtschaft:
- Bei einer Erhöhung auf 15 % wären einige Länder, darunter die Schweiz, leicht schlechter gestellt als zuvor. Für Länder wie Brasilien, China oder Indien wäre es hingegen weiterhin eine Verbesserung.
- Die Bedeutung für die bereits bestehenden Handelsabkommen ist unklar.
USA (Aktueller Leitzins: 3.50-3.75%)
- Anlegerinnen und Anleger gehen davon aus, dass die US-Notenbank den Leitzins bis zum Amtsabtritt von Fed-Chef Jerome Powell im Mai unverändert belässt. Unter der Leitung von Kevin Warsh werden im zweiten Halbjahr noch zwei bis drei Zinssenkungen erwartet.
Euroraum (Aktueller Leitzins: 2.00%)
- Die Inflation im Euroraum ist auf Kurs. Die EZB dürfte ihre Zinspolitik im Verlauf des Jahres unverändert belassen.
Schweiz (Aktueller Leitzins: 0.00%)
- Von der Schweizerischen Nationalbank werden vorerst keine weiteren Zinssenkungen erwartet. Angesichts der politischen Spannungen hat sich der Schweizer Franken weiter aufgewertet. Die SNB könnte somit wieder stärker am Devisenmarkt eingreifen.
Nächste Termine
- Fed: 18.03.2026
- SNB: 19.03.2026
- EZB: 19.03.2026
- Die Performance des US-Aktienmarkts liegt seit Jahresbeginn bei 1%.
- Es gibt jedoch starke Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen.
- Neue KI-Anwendungen setzen die Softwarebranche stark unter Druck.
- Doch nicht alle Unternehmen aus der Technologiebranche leiden. Chiphersteller beispielsweise weisen nach wie vor eine starke Performance auf.
Militärische Eskalation
Am 28.02.2026 griffen die USA und Israel den Iran an. Der iranische Führer Ajatollah Ali Chamenei wurde getötet. Der Iran reagierte mit Gegenschlägen, und beide Seiten drohen mit weiterer Eskalation.
Ölpreis im Fokus
- Der Ölpreis lag am Freitag vor der Eskalation bei 72 USD.
- OPEC+ entschloss sich ab April die Produktion leicht zu erhöhen.
- Eine langfristige Blockade der Strasse von Hormus (20 % des globalen Öltransports) könnte den Ölpreis Richtung 100 USD treiben.
- Wir gehen längerfristig aber nicht von so hohen Ölpreisen aus.
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