Market View 04.06.2026
Aktuelle Marktinformationen für Privatanleger
- Aktien: Weitere Kurssteigerungen dank soliden Unternehmensgewinnen und KI-Euphorie
- Zinspolitik: Die Europäische Zentralbank dürfte die Zinsen anheben im Juni.
- Geopolitik: Lage im Nahen Osten bleibt instabil.
- Energiepreise: Der Ölpreis bleibt volatil.
Obligationen
Bei Obligationen aus Schwellenländern sehen wir noch attraktive Renditen. Einige Schwellenländer profitieren zudem vom Energiepreisschock. Insgesamt erachten wir Obligationen weiterhin als wenig attraktiv.
Aktien
Wir halten an unserem leichten Übergewicht in der Region Schwellenländer fest. Dieses wird durch eine geringere Allokation im stark von den USA dominierten Aktien-Welt-Segment ausgeglichen. Insgesamt haben wir somit eine Aktienallokation, welche im Einklang mit unserer Strategie ist.
Immobilien
Wir reduzieren leicht unser Übergewicht in Schweizer Immobilienfonds, halten jedoch nach wie vor an einem Übergewicht im Vergleich zur Strategie fest.
Alternative Anlagen
Mittelfristig dürfte die Stärke des Goldes wieder zurückkehren. Bei kreditrisikobehafteten Anlagen wie Senior Secured Loans sollte weiterhin auf die Kreditqualität sowie auf das Software-Exposure geachtet werden. Aufgrund ihrer niedrigen Korrelation zu Aktien und Obligationen sind Katastrophenanleihen aktuell besonders wertvoll in einem gemischten Portfolio.
- Obligationen
Inflationsängste, steigende Rüstungsausgaben und politische Unsicherheit führten in den letzten Monaten zu einem Zinsanstieg. Auch in der Schweiz stiegen die Zinsen, jedoch weniger stark als im Ausland. Der langfristige Trend der Entkoppelung des Schweizer Zinsumfelds vom internationalen Umfeld dürfte sich jedoch nicht stark ändern. Die niedrige Staatsverschuldung und die geringe Inflation dürften das Zinsumfeld hierzulande niedrig halten. - Aktien
Im Mai beflügelten solide Unternehmensergebnisse und Hoffnungen auf einen US-Iran-Deal die Aktienmärkte. Insbesondere Aktien aus den Schwellenländern legten nochmals stark zu (über 9 Prozent im Mai). - Immobilien
Nach der starken Erholung im April haben Schweizer Immobilien-anlagen im Mai wieder etwas nachgegeben. Die Agios von Immobilienfonds wie auch die Prämien von Immobilienaktien sind erhöht. Das macht die Anlagen anfälliger für kurzfristige Korrekturen, wie beispielsweise eine Neueinschätzung des regulatorischen Umfelds. Das grösste Risiko für die Anlageklasse wäre ein starker, nachhaltiger Zinsanstieg, wie 2022. Dieses Risiko schätzen wir als gering ein. Im Gegenteil, das Tiefzinsumfeld dürfte die Fonds weiterhin stützen. - Gold
Nach seinem kometenhaften Aufstieg in den vergangenen Monaten enttäuschte Gold als sicherer Hafen angesichts des Kriegs im Nahen Osten. Dies war unter anderem den höheren Zinsen und Verkäufen von Zentralbanken geschuldet.
Wirtschaftswachstum
- Höhere Energiepreise trüben die Stimmung bei Haushalten und Unternehmen vielerorts ein.
- Wir beobachten jedoch starke regionale Unterschiede. So fallen die Wirtschaftsdaten für die USA aktuell besser aus als von Analysten erwartet. Im Euroraum hingegen fallen sie deutlich schlechter aus.
Inflation
- Angesichts der erhöhten Energiepreise steigt die Teuerung weiter.
- Auch bei einer Wiedereröffnung der Strasse von Hormus dürfte die Inflation kurzfristig noch weiter ansteigen, da es Monate dauern dürfte, bis sich die Energiepreise normalisiert haben.
- Eine Wiedereröffnung würde jedoch das Risiko einer nachhaltigen Inflation reduzieren.
USA (Aktueller Leitzins: 3.50-3.75%)
Kevin Warsh übernimmt das Steuer der US-Notenbank Fed. Er hat sich in den letzten Monaten wiederholt für niedrigere Zinsen ausgesprochen. Die steigende Inflation macht dies jedoch schwierig. Wir erwarten daher keine Zinsanpassungen der Fed.
Euroraum (Aktueller Leitzins: 2.00%)
In den letzten Wochen haben Ökonomen der EZB zunehmend ihre Sorgen über Inflationsrisiken für die Eurozone geteilt. Eine Leitzinserhöhung im Juni wird nun erwartet.
Schweiz (Aktueller Leitzins: 0.00%)
Die Inflation in der Schweiz liegt mit 0,5 % noch im unteren Zielband von 0–2 % der SNB. Auch bei einem weiteren energiebedingten Anstieg der Teuerung dürfte die SNB noch nicht gezwungen sein, die Zinsen zu erhöhen. Wir erwarten daher keine Anpassung der Nullzinspolitik.
Nächste Termine
- EZB: 11.06.2026
- Fed: 17.06.2026
- SNB: 18.06.2026
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20 % der weltweiten Öl- und Gasversorgung flossen früher durch die Strasse von Hormus
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In der letzten Maiwoche kam es im Nahen Osten wieder zu vereinzelten Angriffen.
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Am 29.05.2026 berichteten Medien, dass der Iran und die USA nahe einer Absichtserklärung seien, um den Waffenstillstand zu verlängern und die Strasse von Hormus wieder zu eröffnen.
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Das wäre eine starke Erleichterung für die globale Energieversorgung. Eine komplette Normalisierung dürfte jedoch einige Monate dauern.
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Energiepreise sind deutlich angestiegen. Für die Inflation ist insbesondere der Vergleich zum Vorjahr wichtig. Die Inflation im Euroraum dürfte deutlich stärker auf den Energiepreissprung reagieren als jene in der Schweiz. In den USA und im Euroraum ist die Inflation deutlich über dem Ziel der Zentralbanken.
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