Market View 02.04.2026
Aktuelle Marktinformationen für Privatanleger
- Geopolitik: Die Finanzmärkte sind im Bann des Kriegs im Nahen Osten, der am 28.02.2026 begann. Die Strasse von Hormus, eine zentrale Schiffsroute, ist blockiert. Während Donald Trump bekräftigt, dass Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gut voranschreiten, bestreitet dies der Iran.
- Folgen des Nahost-Konflikts: Angesichts des Kriegs im Nahen Osten sind die Energiepreise deutlich angestiegen. Das schürte Inflationsängste und führte zu einem Anstieg der Zinsen. Höhere Kosten für Produzenten und Konsumenten könnten aber auch das Wirtschaftswachstum dämpfen. Anleger sind somit Stagflationsrisiken ausgesetzt: geringerem Wachstum und höherer Inflation.
- Notenbanken: Im März haben Zentralbanken weltweit über ihre Zinspolitik entschieden. Viele liessen ihre Geldpolitik unverändert und wiesen auf die Risiken des Kriegs im Nahen Osten hin.
Obligationen
Insgesamt erachten wir Anleihen nach wie vor als unattraktiv. Wir halten die Zinsfantasien bei Schweizer Anleihen jedoch für übertrieben. Daher bevorzugen wir in diesem Monat ein geringeres Untergewicht bei Schweizer Obligationen als im Vormonat. Bei Unternehmensanleihen sind die Kreditaufschläge im Investment-Grade-Segment nach wie vor sehr niedrig. Zudem sind die Währungsabsicherungskosten für Schweizer Investoren bei USD- und EUR-Anleihen jüngst nochmals angestiegen. Dadurch sind FX-abgesicherte Fremdwährungsanleihen für Schweizer Anleger eher unattraktiv.
Aktien
Wir halten an unserem leichten Übergewicht bei Schwellenländer-Aktien fest. Dafür gibt es drei Gründe: (a) Die Bewertungen sind wieder attraktiver, (b) Schwellenländer-Aktien profitieren von der hohen, KI-bedingten Chipnachfrage und (c) Länder wie China oder Indien sind besser in der Lage, mit dem Iran einen Kompromiss zu finden und die Energiezufuhr teilweise wiederherzustellen. Angesichts der erhöhten Unsicherheit möchten wir das Aktienrisiko insgesamt aber etwas reduzieren. Dies erreichen wir durch eine niedrigere Allokation von Schweizer Aktien im Vergleich zum Vormonat. Der defensive Charakter und die geringeren Stagflationsrisiken sprechen zwar für den Schweizer Markt. Der Aufwärtsdruck auf den Schweizer Franken, der momentan noch teilweise durch die SNB eingedämmt wird, begrenzt jedoch das Erholungspotenzial.
Immobilien
Wir sehen zwar ein gewisses Erholungspotenzial, der Fokus sollte jedoch auf Anlagen mit niedrigeren Agios oder Anlagestiftungen gelegt werden.
Alternative Anlagen
Bei den alternativen Anlagen positionieren wir uns unverändert neutral, haben jedoch eine leichte Präferenz für Gold.
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Obligationen
Angesichts des Kriegs im Nahen Osten führten Inflationsängste und Sorgen um neue Staatsausgaben zu einem Anstieg der Langfristzinsen. -
Aktien
Der Krieg im Nahen Osten hat weltweit zu Kursrückgängen an den Börsen geführt. Angesichts ihrer Energieabhängigkeit korrigierten Schwellenländeraktien, insbesondere in Asien, zuerst am stärksten. -
Gold:
Nach seinem kometenhaften Aufstieg in den vergangenen Monaten enttäuschte Gold als sicherer Hafen bei Kriegsausbruch im Nahen Osten. In den ersten Märzwochen dominierten die Risiken höherer Zinsen. Das belastete den Goldpreis. - Immobilien:
Nach der starken Performance zu Beginn des Jahres, kamen auch kotierte Schweizer Immobilienanlagen unter Druck.
Wirtschaftswachstum
- Die US-Handelspolitik schürt erneut Unsicherheit. Die Anpassung der Zölle dürfte die Wirtschaftsprognose für Europa vorerst nur wenig verändern.
- Die Frühindikatoren für die Wirtschaftsentwicklung im Euroraum deuten auf eine Erholung der Industrie hin, insbesondere in Deutschland. So liegt der deutsche Einkaufsmanagerindex für die Industrie erstmals seit mehr als dreieinhalb Jahren wieder im expansiven Bereich.
Inflation
- Die Inflationsraten in der Schweiz und im Euroraum entsprechen den Zielen der Zentralbanken.
- Die Inflation in den USA bleibt hartnäckig hoch – unter anderem wegen der Zölle.
USA (Aktueller Leitzins: 3.50-3.75%)
In ihrer Sitzung im März signalisierte die US-Notenbank zwar noch, dass sie eine Zinssenkung im Jahr 2026 für angemessen hält, wies aber auch auf die Inflationsrisiken im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt hin. Anleger spekulieren darauf, dass die Zinsen in diesem Jahr nicht mehr angepasst werden.
Euroraum (Aktueller Leitzins: 2.00%)
Einige Anleger spekulieren, dass die EZB die Zinsen bereits im April anheben könnte. Das erscheint uns etwas übereilt, aber die Bank dürfte die Zinsen im Verlauf des Jahres anheben, sollte sich die Lage im Nahen Osten nicht etwas entspannen.
Schweiz (Aktueller Leitzins: 0.00%)
Mittlerweile spekulieren Anleger auch, dass die SNB den Leitzins erhöht. Selbst ein energiebedingter Inflationsanstieg dürfte die SNB unserer Ansicht nach jedoch nicht unter Zugzwang setzen. Der Inflationsanstieg dürfte in der Schweiz weniger stark ausfallen als in der EU.
Nächste Termine
- Fed: 29.04.2026
- EZB: 30.04.2026
- SNB: 18.04.2026
Schweiz vs. EU – drei Gründe sprechen für die Schweiz:
- Deutlich tiefere Inflationsrate vor dem Krieg (0.1% vs. 1.9%)
- Energie hat ein tieferes Gewicht im Schweizer Warenkorb
- Breiterer Energiemix
Langfristzinsen
- Angesichts des Kriegs im Nahen Osten sind die langfristigen Zinsen deutlich gestiegen.
- In Regionen mit höherer Inflation und Staatsverschuldung sind die Zinsen stärker angestiegen als in der Schweiz.
- Eine weitere Eskalation im Nahen Osten könnte zu einem Anstieg der Zinsen führen, während eine Deeskalation zu einem Rückgang der Zinsen führen würde.
Performance seit Beginn des Kriegs im Nahen Osten
- Der Krieg im Nahen Osten birgt Risken für das Wirtschaftswachstum sowie die Inflation.
- Das belastet Aktien sowie auch Anleihen.
- Alternativen Anlagen können im aktuellen Umfeld den Energiepreisschock abfedern.
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