Market View 03.02.2026
Aktuelle Marktinformationen für Privatanleger
- Geopolitik: Geopolitische Spannungen prägen das Umfeld weiterhin. Die Beziehung zwischen den USA und Europa hat sich aufgrund des Streits um Grönland angespannt. Zusätzliche Zölle sind diesbezüglich aber vorerst vom Tisch.
- Künstliche Intelligenz: Die künstliche Intelligenz ist und bleibt ein zentrales Thema an den Börsen. Bei KI-Aktien ist eine differenzierte Performance zu beobachten.
- Notenbanken: Nach drei Zinssenkungen in Folge hat die US-Notenbank in ihrer ersten Sitzung des Jahres 2026 eine Pause eingelegt.
Obligationen
Angesichts Steuersenkungsplänen und Neuwahlen in Japan ist die globale Staatsverschuldung wieder in den Fokus gerückt. Hohe Schuldenberge der Regierungen stellen ein Risiko dar für die Entwicklung der Renditen langfristiger Staatsanleihen. Bei Unternehmensanleihen sind die Kreditaufschläge im Investment-Grade- sowie im Hochzinsbereich sind nach wie vor sehr niedrig. Wir bleiben insbesondere bei Hochzinsanleihen vorsichtig. Die Währungsabsicherungskosten für Schweizer Investoren bei USD-Anleihen liegen deutlich über dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre. Dadurch sind FX-abgesicherte Fremdwährungsanleihen eher unattraktiv. Fremdwährungsanleihen ohne Währungsabsicherung bergen zwar ein Währungsrisiko, bieten dafür aber einen deutlichen Renditevorteil. Auch bei Obligationen aus Schwellenländern sehen wir noch attraktive Renditen. Insgesamt erachten wir Obligationen im Vergleich zu anderen Anlageklassen jedoch als weniger attraktiv.
Aktien
Zwar dürften die erwarteten Zinssenkungen der US-Notenbank den Markt stützen, doch bergen die hohen Bewertungen und Gewinnerwartungen für KI-Unternehmen Korrekturpotenzial. Wir erachten US-Aktien und somit auch das Segment „Aktien Welt” als etwas unattraktiver als andere. Attraktivere Rendite-Risiko-Chancen sehen wir bei Titeln aus den Schwellenländern, die von der anhaltenden Schwäche des US-Dollars profitieren dürften. Auch Schweizer Aktien schätzen wir attraktiv ein, da sie eine überdurchschnittliche Risikoprämie bieten.
Immobilien
Schweizer Immobilienanlagen profitieren unverändert vom Tiefzinsumfeld. Immobilienfonds bieten attraktive Mehrrendite gegenüber Eidgenossen. Wir positionieren uns nach wie vor über der strategischen Allokation.
Alternative Anlagen
Nach einem Rekordjahr setzte der Goldpreis seine Rallye fort. Kurzfristige Rückschläge sind zwar nicht auszuschliessen, die fundamentale Nachfrage nach dem Edelmetall bleibt jedoch intakt. Wir bevorzugen daher weiterhin eine leicht erhöhte Allokation zu Gold gegenüber der Strategie. Aus Diversifikationsgründen sind auch Katastrophenanleihen attraktiv, wobei wir hier eine Allokation im Einklang mit der Strategie bevorzugen.
- Obligationen
Nach dem jüngsten Zinsanstieg sehen wir Potenzial für leicht tiefere Renditen auf 10-jährige US-Staatsanleihen zu Beginn des neuen Jahres. - Aktien
Der Grönland-Streit führte zu Kursschwankungen an den Börsen im ersten Monat des Jahres. Mit Trumps Rückzug der Zölle gegen Europa und guten Gewinnmeldungen von Unternehmen konnten sich die meisten Börsen aber wieder erholen. Die künstliche Intelligenz ist und bleibt ein zentrales Thema an den Börsen. Bei KI-Aktien ist eine differenzierte Performance zu beobachten. Schwellenländer-Aktien profitierten von der US-Dollarschwäche sowie vom Konflikt zwischen den USA und Europa. - Gold
Die politische Unsicherheit kam dem Gold zugute. Die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Fed-Chef führte jedoch zu einer Korrektur beim Edelmetall. - Immobiliers
Die Immobilienaktien sind stark ins neue Jahr gestartet (+9%). Die Nachfrage der Investoren bleibt intakt. Die Bewertungen bei kotierten Anlagen sind in den letzten Monaten stark angestiegen. Das durchschnittliche Agio von Schweizer Immobilienfonds liegt aktuell rund 20 Prozentpunkte über dem historischen Durchschnitt der letzten 35 Jahre. - Währungen
Der US-Dollar verlor an Wert gegenüber anderen Währungen.
Wirtschaftswachstum
- Der Streit um Grönland und erneute Zolldrohungen führten zu Beginn des Jahres zu einer deutlichen Zunahme der handelspolitischen Unsicherheit weltweit.
- Erste Konjunkturindikatoren für 2026, wie beispielsweise die Einkaufsmanagerindizes, zeigen einen positiven Jahresauftakt für Deutschland und die USA. In Frankreich zeigte der Dienstleistungssektor jedoch erneute Schwäche.
Inflation
- Die Inflationsraten in der Schweiz und im Euroraum entsprechen den Zielen der Zentralbanken.
- Die Inflation in den USA bleibt hartnäckig hoch – unter anderem wegen der Zölle.
USA (Aktueller Leitzins: 3.50-3.75%)
- Im Januar liess die US-Notenbank ihre Zinspolitik unverändert. Anlegerinnen und Anleger gehen davon aus, dass die Bank den Leitzins bis zum Amtsabtritt von Fed-Chef Jerome Powell im Mai unverändert belässt.
Euroraum (Aktueller Leitzins: 2.00%)
- Die Inflation im Euroraum ist auf Kurs. Die EZB dürfte ihre Zinspolitik im Verlauf des Jahres unverändert belassen.
Schweiz (Aktueller Leitzins: 0.00%)
- Von der Schweizerischen Nationalbank werden vorerst keine weiteren Zinssenkungen erwartet. Angesichts der politischen Spannungen hat sich der Schweizer Franken weiter aufgewertet. Die SNB könnte somit wieder stärker am Devisenmarkt eingreifen.
Nächste Termine
- EZB: 05.02.2026
- Fed: 18.03.2026
- SNB: 19.03.2026
- Die künstliche Intelligenz ist und bleibt ein zentrales Thema an den Börsen.
- Doch nicht alle KI-Aktien sind gleich. Es wird zunehmend differenziert zwischen den Unternehmen.
- Für Anlegerinnen und Anleger ist die zentrale Frage: Welche Firmen können KI-Investitionen in margenstarkes Wachstum umwandeln?
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