Wie Sie einen passenden Firmennamen finden

Manuel Thomas, Agiles Team KMU
18. März 2022
Vor der Gründung
Was keinen Namen hat, darüber kann man nicht sprechen. Das bringt die Bedeutung des Firmennamens für Ihr Unternehmen auf den Punkt. Nur, wie kommt man zum richtigen Namen? Hier finden Sie eine Anleitung mit Tipps für eine erfolgreiche Namensfindung.

Alles, was Sie wissen müssen, um den richtigen Firmennamen zu finden

Die Ansprüche an einen guten Firmennamen sind hoch: Einzigartig soll er sein und einfach zu merken, zum Unternehmen und seinen Produkten passen, Emotionen und Sympathie wecken, angenehm in Länge und Klang sein, in verschiedenen Sprachen funktionieren und dann erst noch den rechtlichen Anforderungen genügen. Kein Wunder, dass die Suche nach dem perfekten Firmennamen Gründerinnen und Gründer zur Verzweiflung bringen kann. Unsere Hinweise, Empfehlungen und Beispiele helfen Ihnen dabei, den Stress bei der Namensfindung zu vermeiden.

Rechtliche Rahmenbedingungen für die Namensfindung

Aus rechtlicher Sicht gelten je nach Rechtsform unterschiedliche Vorschriften für den Namen Ihres Unternehmens.

  • Einzelfirma: Der Name der Einzelfirma muss zwingend den Familiennamen des Inhabers oder der Inhaberin enthalten. Zusätzlich können der Vorname und Fantasiebezeichnungen für den Firmennamen verwendet werden.
  • GmbH: Wer sich für die Rechtsform der GmbH entscheidet, geniesst grosse Freiheiten bei der Wahl des Namens. Grundsätzlich können Sie in der Schweiz jeden Namen verwenden, nur den Zusatz «GmbH» muss Ihr Firmenname zwingend enthalten.
  • Aktiengesellschaft: Auch bei der Aktiengesellschaft  können Sie Ihren Firmennamen frei wählen. Vorgeschrieben ist lediglich, dass Sie den Zusatz «AG» verwenden.

Für alle drei Rechtsformen gilt, dass der Firmenname nicht über den Zweck des Unternehmens täuschen darf. Dies wäre der Fall, wenn im Namen der Zusatz «Innenarchitekt» steht, tatsächlich aber ein Malergeschäft betrieben wird.

💡 Gut zu wissen

Im täglichen Sprachgebrauch ist Firma gleichbedeutend mit Unternehmen. Aus rechtlicher Sicht meint der Begriff Firma jedoch den gewählten Namen für das Unternehmen.

Techniken und Tools für die effiziente Namensfindung

Bevor Sie einen Unternehmensnamen wählen, müssen Sie die Positionierung Ihrer Firma definieren  und die Bedürfnisse und Erwartungen Ihrer Kundinnen und Kunden kennen. Denn als Regel Nummer eins gilt es, einen Namen zu finden, der sich auf Ihren Markt bezieht. Von Vorteil ist auch, wenn Ihr Name nicht wie derjenige anderer Unternehmen klingt.

Es gibt auch eine Reihe von scheinbar naheliegenden und differenzierenden Namenselementen, die Sie aber bei der Wahl Ihres Firmennamens aber vermeiden sollten:

  • lange Namen, weil man sie sich nur schwer merken und sie schlecht weiterempfehlen kann;
  • geografische Bezeichnungen, wenn Sie planen, mit Ihrem Unternehmen in andere Regionen zu expandieren;
  • allzu banale Firmennamen, weil sie schnell zu Verwechslungen führen und kaum Ihre wichtigsten Werte widerspiegeln; 
  • Initialen und Akronyme, weil man sich solche Unternehmensnamen nicht gut merken kann («Maler Keller & Partner» etwa kann man sich definitiv besser merken als MKP); es dauert meist viele Jahre oder gar Jahrzehnte, bis sich ein Akronym wie zum Beispiel ABB oder IBM im Markt durchsetzt;
  • Bezug auf aktuelle Modetrends (etwa «Heimat» in den Nullerjahren), denn Firmennamen wie «Heimatliebe» oder «Schöne Heimat» wirken veraltet, wenn der Modetrend passé ist.

Kreative Firmennamen finden: eine Anleitung

Mit dem Wissen um die Rechtslage und einigen Grundregeln für die Suche nach einem Firmennamen gilt es nun, in den Kreativmodus zu wechseln. Vier Schritte strukturieren diesen Prozess :

  • Schritt 1: Suchen Sie Wörter, die Firma und Angebot beschreiben und Ihr Unternehmen auszeichnen. Das können auch Personennamen oder Bezeichnungen von Branchen und Tätigkeiten sein. Schreiben Sie alles, was Ihnen einfällt, in eine Liste – ohne Einschränkungen.
  • Schritt 2: Suchen Sie Wörter, die positive Gefühle wecken, auch wenn Sie nichts mit Ihrem Business zu tun haben. Ein berühmtes Beispiel dafür ist «Apple»: Der Firmenname hat nichts mit Computern zu tun, kommt aber gut an. Erstellen Sie auch von diesen Wörtern eine Liste.
  • Schritt 3: Recherchieren Sie und nutzen Sie jede erdenkliche Quelle. Dazu gehören Websites etwa von Firmen Ihrer Branche und Websites, die Ihnen besonders gut gefallen, aber auch Wörterbücher, Bekannte und Freunde.
  • Schritt 4: Spielen Sie mit den Begriffen, die Ihnen am besten gefallen. Sie können die Begriffe miteinander kombinieren, neuartige Endungen hinzufügen, Namensteile dazugeben, in andere Sprachen übersetzen und so weiter. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf.

Hilfreiche Tools für die Namensfindung

Nicht verzweifeln, wenn die Fantasie am Ende ist und die Zeit drängt. Im Internet finden Sie zahlreiche Tools, die Ihnen helfen, einen Firmennamen zu erstellen. Beliebt für die Namensfindung sind die zahlreichen Firmennamen-Generatoren. Geben Sie im Suchfeld von Google «Firmennamen-Generator» ein und die Suchmaschine spuckt Dutzende von solchen Generatoren aus. Die Mehrheit dieser Tools ist kostenlos.

Aber Vorsicht: Die meisten Firmennamen-Generatoren kombinieren einen Begriff, den Sie eingeben, willkürlich mit anderen Begriffen. Das führt oft zu unbefriedigenden Resultaten. Spannendere Tools laden dazu ein, mit thematischen Wortteilen zu spielen und sie zu möglichen Firmennamen zu kombinieren. Oder sie bauen Begriffe in verschiedenen Sprachen um einen vorgegebenen Ausdruck herum und schlagen Ihnen so Firmennamen vor. Andere produzieren Fantasienamen am Laufmeter, allerdings ohne Gewähr, dass diese Firmennamen auch erlaubt sind.

Testen, testen, testen: Feedback zum passenden Namen einholen

Firmenname testen

Wenn Sie eine Shortlist der möglichen Firmennamen zusammengestellt haben, heisst es: testen, testen, testen. Kaum ein Start-up kann sich ein umfangreiches professionelles Testing leisten. Freunde, Bekannte, insbesondere aber auch potenzielle Kundinnen und Kunden oder andere Personen ausserhalb des Freundeskreises können Ihnen wertvolle Hinweise geben. Ein einfacher Test, um die Verständlichkeit und Aussprache zu testen: Sprechen Sie Ihre Favoriten für den Firmennamen auf die Combox einiger Kolleginnen und Kollegen. Wenn sie den Namen auf Anhieb verstehen und richtig aussprechen, ist das schon mal ein gutes Zeichen.

Verfügbarkeit von Namen und Domain prüfen

Die Favoriten, die den Friends and Family-Test überstanden haben, müssen nun auf ihre Verfügbarkeit geprüft werden. Am einfachsten geht das im Zentralen Firmenindex des Bundes. Wenn Sie eine Nähe zu bestehenden Firmennamen feststellen oder die Möglichkeit einer Verwechslungsgefahr sehen, kontaktieren Sie am besten das Handelsregisteramt Ihres Kantons. Dieses hilft Ihnen weiter. Bei der Suche nach dem richtigen Firmennamen sollten Sie auch darauf achten, dass Sie keine Rechte bestehender Marken verletzen. Das kann Sie sonst teuer zu stehen kommen.

Zu dieser Phase gehört die essenzielle Aufgabe, die Verfügbarkeit einer passenden Domain zu prüfen. Eine freie Domain brauchen Sie für Ihren Webauftritt, und sie ist zentral für die E-Mail-Adressen Ihres Unternehmens. Am besten googeln Sie Ihre bevorzugten Firmennamen in einem ersten Schritt. In einem weiteren Schritt können Sie die Verfügbarkeit von Domains bei spezialisierten Anbietern überprüfen, so bei unserem Partner Hostpoint. Bei Domains, die bereits vergeben sind, besteht oft die Möglichkeit, sie zu kaufen, sofern sie nicht aktiv genutzt werden.

Erfolgreiches Branding braucht Schutz für Firma und Marke

Sie haben den richtigen Firmennamen gefunden. Und den wollen Sie sich von niemandem streitig machen lassen. In diesem Fall sollten Sie sich mit Firmen- und Markenschutz befassen. Eine Firma – also ein Unternehmensname – ist geschützt, sobald sie im Handelsregister eingetragen ist. Dieser Schutz gilt für die ganze Schweiz, ausgenommen bei der Einzelfirma: Ihr Firmenname ist nur in der Gemeinde des Firmensitzes geschützt.

Bei der Marke wird es bereits etwas kniffliger. Aus rechtlicher Sicht gibt es drei Kategorien: die Wortmarke, die Bildmarke und die Kombination davon: die Wort-Bild-Marke, die aus Text und Grafikelementen besteht, also etwa das Logo mit dem Firmennamen, dem Slogan und einem grafischen Zeichen. Das Markenrecht tritt in Kraft, wenn Sie die Marke im Markenregister eintragen. Dieses wird vom Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum (IGE) in Bern geführt. Um einen Konflikt mit bereits geschützten Marken zu vermeiden, klären Sie am besten beim IGE ab, ob bereits ähnliche Marken im Markenregister eingetragen sind.

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